Adi Weiss
Sie war in den 80ern Poster-Girl und Hit-Lieferantin („Kids In America“, „Cambodia“) und feierte vor 15 Jahren ihr Comeback: Kim Wilde. „Nach meiner Pause,... Kim Wilde mit Album und Wien-Konzert: "Mehr als Nostalgie"

Sie war in den 80ern Poster-Girl und Hit-Lieferantin („Kids In America“, „Cambodia“) und feierte vor 15 Jahren ihr Comeback: Kim Wilde. „Nach meiner Pause, in der ich geheiratet und Kinder bekommen habe, bin ich permanent auf Tour gewesen“, sagte die 57-Jährige im APA-Interview. Am Freitag erscheint das neue Album, am 19. Oktober gastiert Wilde in Wien. Sie versprach „mehr als Nostalgie“.

Begonnen hatte die Rückkehr der Sängerin mit der blonden Mähne ins Pop-Rampenlicht zwar mit einem 80er-Jahre-Revival, einem Duett mit Nena, und auch wenn sie bis heute fallweise mit Kollegen von damals auftritt, will sie aber nicht nur vom Ruhm der Vergangenheit leben: „Es macht natürlich viel Spaß, die alten Hits zu bringen. Aber als Musiker reicht das weder mir noch meinem Bruder Ricky. Wir streben stets nach dem Heiligen Gral eines perfekten Pop-Albums“, betonte Kim Wilde.

Kim und Ricky – eine erfolgreiche familiäre Zusammenarbeit, 30 Millionen Tonträger hat man verkauft. Wie die meisten Alben seiner Schwester hat der Bruder auch die aktuelle Studioarbeit „Here Come The Aliens“ produziert und die Songs mitkomponiert. „Ricky und ich inspirieren uns immer gegenseitig, das hat nie aufgehört. Wie bei allen langen Beziehungen geht man durch Höhen und Tiefen, aber zu 99 Prozent waren wir stets auf einer Wellenlänge“, erzählte die Sängerin. „Natürlich geht es darum, etwas abzuliefern, dass sich mit den Erfolgen von einst messen kann. Ich denke, das ist uns diesmal gelungen.“

Sie wäre fast an der Härte des Show-Geschäfts zerbrochen, gab Kim Wilde vor längerem gegenüber einer Zeitschrift zu. Statt der Bühne widmete sie sich mit Fortdauer der 90er dem Familienleben und wurde erfolgreiche Landschaftsgärtnerin im britischen TV. „Ich habe heute viel mehr Selbstvertrauen“, sagte Wilde, „und außerdem viel mehr Erfahrung damit, wie ich mit meinem Image umgehen möchte. Daher kann ich das alles viel lockerer nehmen und Spaß dabei haben.“ So tauscht sie Jeans und Leckerjacke bei den kommenden Konzerten gegen futuristische Outfits ein – „das ist dem Albumtitel geschuldet“.

Über „Here Come The Aliens“ meinte Wilde: „Der typische Synthe-Sound ist noch da, aber in erster Linie klingt das Album rockig. Das kommt daher, weil ich die Songs mit meiner Live-Band eingespielt habe. Und wir sind eine Rockband. Ich fühle mich wohl mit diesem Sound.“ Kaum gealtert wirkt die Stimme des Popstars: „Ich war zuletzt nonstop auf Tour, mein Stimme ist ein gut trainierter Muskel. Mein Vater geht jetzt gerade mit 87 Jahren auf Tournee. Er hat auch noch eine starke Stimme. Ich denke, die habe ich von ihm geerbt.“

Am 19. Oktober legt Kim Wilde in der Ottakringer Brauerei den letzte Stopp auf einer sehr langen Konzertreise ein. „Wir werden wir gut eingespielt sein“, lachte sie laut. „Ich bin aufgeregt, weil wir auch optisch etwas bieten wollen. Es soll so großartig aussehen wie es klingt. Es wird ein lautes Herumtollen durch meine größten Hits, aber auch einige neue Lieder bringen wir natürlich – es passt alles gut zusammen.“