Adi Weiss
Das österreichische Web hat wieder einen Aufreger. Was mit Empörung über ein Sujet der Wäschefirma Palmers begann, ist nun ein Top-Medienthema geworden: Ein sexistisches... Shitstorm und "Handtaschl" für Felix Baumgartner

Das österreichische Web hat wieder einen Aufreger. Was mit Empörung über ein Sujet der Wäschefirma Palmers begann, ist nun ein Top-Medienthema geworden: Ein sexistisches Posting dazu bescherte dem Extremsportler Felix Baumgartner einen Shitstorm und ein „Rosa Handtaschl“. Corinna Milborn, Info-Chefin von Puls 4, erhielt indes mit ihrer Reaktion auf Baumgartner internationale Resonanz.

Palmers hatte am Osterwochenende auf Facebook ein Foto von leichtbekleideten Mädchen gepostet („Unsere Osterhöschen“). Setting (schmuddeliger Teppich, Erdhaufen) und augenscheinlich niedriges Alter der Models wurden indes in zahlreichen Kommentaren kritisiert. So auch von Milborn, die Anleihen beim Menschenhändler-Milieu ortete. Daraufhin ergriff Baumgartner auf seiner Facebook-Seite das Wort und ließ wissen: Er finde diese „Osterhöschen“ super und würde gern „gerne mal dazwischen rein“ springen, „auch ohne Fallschirm“. Das toppte er noch mit einer Attacke auf Milborn, der er ihre „Figur“ vorhielt.

Das zeitigte Protest auf Facebook und Twitter (wenn auch Baumgartners wahre Fans Aufmunterndes posteten). So richtig Fahrt nahm die Causa dann auf, als Milborn das Wort ergriff: Per Videostatement lud sie Baumgartner in ihre Sendung „Pro und Contra“ ein, um mit ihm über sein Frauenbild zu diskutieren. „Sie haben doch sicher die Eier“, sagte sie. Das Video ging viral und erregte auch in Deutschland große Aufmerksamkeit.

Am Freitag verkündete das Frauennetzwerk Medien dann den diesjährigen Preisträger des „Rosa Handtaschls“: nämlich Baumgartner „dafür, dass er sich nicht zu blöd dafür ist, eine schlechte Figur zu machen“, wie es in einer Aussendung hieß. Mit dem „Handtaschl“ weist das Frauennetzwerk „auf Äußerungen von Personen des öffentlichen Lebens hin, deren Frauenbild von offensichtlichem Sexismus geprägt ist“. Bewertet werden „unterschwellige Angriffe, herabwürdigende Aussagen, klischeehafte Darstellungen oder Ignoranz gegenüber Frauen und ihren Leistungen“.

Bleibt die Frage, ob Baumgartner Milborns Einladung annehmen wird. Seine Agentur war Freitagmittag vorerst nicht erreichbar. Er selbst befindet sich in den USA, wo er am Donnerstag mit illustren Gästen wie Arnold Schwarzenegger seinen Geburtstag feierte. „Ich zähle darauf, dass er kommt“, sagte Milborn am Freitag zur APA. „Ich bin sicher, dass er den Mut hat, seine Aussagen auch direkt mit mir zu besprechen.“