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100% Natascha

Sie ist längst nicht mehr nur die Ex von einem Schauspieler.
Natascha Ochsenknecht hat sich zielstrebig und couragiert genau davon emanzipiert und sich ein eigenes, authentisches Image aufgebaut. Und das nach ihren eigenen Vorstellungen.

Natascha ist eine Person, die nicht davor zurückschreckt, zu polarisieren. Die meisten kennen sie aus diversen TV-Formaten. Die wenigsten wissen, wie kreativ sie ist, wie zielstrebig und wie viel beschäftigt. Sitzt sie einem gegenüber, wird schnell klar – diese Frau ist lustig, klug und sagt immer, was sie denkt. Ohne Rücksicht auf Verluste. So viel Courage ist selten. Allem voran, weil sie auch noch das Herz am rechten Fleck hat, nicht nur im Bezug auf ihre drei Kinder. Im Interview sprechen wir über ihre Sichtweise auf das Leben, die Oberflächlichkeit der Menschen, ihre Kinder, ihren Alltag und ihre kreative Ader, die sie jetzt endlich ausleben kann.

Sie unterstützen die „willhaben.at“ Charity-Aktion und engagieren sich seit langem karitativ. Wie wichtig ist Ihnen Charity?
Es sollte ein vordergründiges Thema sein, besonders für Menschen, denen es wirklich gut geht. Und das hat nichts mit dem Promistatus zu tun. Jeder, der die finanziellen Möglichkeiten hat, dem würde es guttun, zu helfen. Ich involviere auch meine Kinder. Es ist wichtig, diese Dinge an die Jugend weiterzugeben.

Apropos Kinder, ihre Rolle als Mutter …
Meine Kinder (Anm. der Redaktion: Wilson Gonzalez, Jimi Blue und Cheyenne Savannah) stehen für mich immer an erster Stelle.

Alle drei sind mittlerweile erwachsen und haben sich zu  unterschiedlichen Charakteren entwickelt. Sind Sie zufrieden mit Ihrer Erziehnung?
Ich habe meine Kinder nach dem Knigge erzogen und ihnen gesagt, dass es mir gleich ist, ob sie gepierct oder tätowiert sind, aber wenn die Königin sie zum Essen einlädt, dann müssen sie sich benehmen können. Und es ist mir wichtig, dass meine Kinder alle Menschen gleich behandeln, so wie ich das tue. Egal, ob da die Queen steht oder ein Obdachloser, wenn’s brennt, packen wir an. Ich habe schon einmal eine ältere Frau angesprochen und sie samt ihren schweren Einkaufstüten nach Hause gefahren. Cheyenne kam neulich völlig aufgelöst heim, weil ein Obdachloser im Hauseingang lag und dort Schutz vor Kälte suchte. Sie hat ihm einen Tee gemacht, Brote geschmiert und einen Pullover mitgenommen. Ich fand das echt großartig von ihr. Meine Erziehung hat große Früchte getragen und ich bin sehr stolz auf meine Kinder.

Eine persönliche Frage, wie eitel sind Sie eigentlich?
Ich bin nicht sehr eitel. Ich laufe ungeschminkt herum, damit hab‘ ich kein Problem. Eitel? Ganz ehrlich? Ich war im Container bei Big Brother und im Dschungelcamp. Ich möchte gepflegt aussehen und gut riechen. Der Rest ist mir schnuppe.

Die meisten Menschen kennen Sie aus diversen TV-Sendungen. Die wenigsten wissen, dass Sie als Designerin, Fotografin und Buchautorin erfolgreich sind. Sie haben eine ausgeprägte kreative Ader?
Das Kreative liegt bei mir in der Familie. Ich war zwanzig Jahre lang Mutter und Hausfrau. Es gab vieles, das ich machen wollte, aber Priorität hatte meine Familie. Zudem wurde es nicht so gerne gesehen, dass ich etwas arbeite. Das hat immer in mir geschlummert. Als ich mich dann getrennt habe, brach natürlich alles, eines nach dem anderen, aus mir raus. Es fing mit meiner Autobiografie an, dann wurde ich zu Talkshows eingeladen und es folgten TV-Formate. Es war wie ein Lego-Berg. Ich habe fotografiert und bekam Anfragen, wo man meine Bilder kaufen kann. Also habe ich meine Bilder auf Tücher und Shirts gedruckt. Ich habe viele Ideen. Demnächst gehe ich ins Studio und arbeite an meinen ersten Songs.

Tatsächlich? Singen Sie auf Deutsch oder Englisch?
Auf Deutsch. Und im April gibt es meine neue Strick- Kollektion bei Zwillingsherz. Im Sommer kommt meine erste Brillenkollektion heraus. Ich arbeite jetzt seit fast einem Jahr an meiner Brillenkollektion. Und auch an meinen Büchern arbeite ich ein ganzes Jahr.

Stimmt es denn, dass Sie eine Ausbildung zur Schmuckkauffrau gemacht haben?
Ja. Und ich arbeite gerade an einer Kollektion …

Echt jetzt? Sie arbeiten an einer Schmuckkollektion?
Ja, mein Tag müsste mittlerweile 48 Stunden haben und ich kann mich leider nicht zerreißen, aber auch das Schmuckinteresse liegt in meiner Familie. Meine Mutter war auch Schmuckkauffrau.

Sie sagen bekanntlich immer, was Sie denken. Das ist gerade in der oberflächlichen Promi-Welt selten …
Ich werde lieber unter- als überschätzt. Ich kann dann punkten, wenn Leute etwas erzählen und ich klink‘ mich ein und gebe meinen Senf dazu. Und die sind überrascht und denken, oh, die kennt sich ja aus. Schönheit ist vergänglich, man kann versuchen sich die Schönheit zu erhalten, aber wenn du dein Leben auf Schönheit aufbaust, hast du verloren. Am Ende sterben wir alle, so oder so.

Sie sind eigentlich ein sehr positiver Mensch. Sind Sie auch ein glücklicher Mensch?
Niemand ist zu 100 Prozent glücklich. Es gibt immer irgendetwas, das dich beschäftigt, Momente, wo man sich denkt, jetzt muss ich wieder die Hälfte meines Einkommens an das Finanzamt abgeben oder Ähnliches. 100 Prozent glücklich bin ich nicht, nein. Aber manchmal bin ich verdammt nah dran.

 STYLE UP YOUR LIFE!-Modechefin Jasmin Schakfeh im Interview mit Natascha Ochsenknecht

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Fotos: Isabella Abel