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Business & sport, die perfekte Symbiose

Der erfolgreiche Speditionskaufmann Herbert Jerich ist Premium-Sponsor der Erste Bank Open 500. Aus gutem Grund.

Mit Anfang 20 ging Herbert Jerich nach Amerika, um das international agierende Familienunternehmen des Holistic- und Logistikspezialisten Jerich aufzubauen und den Zielmarkt USA zu erobern. Das ist dem gelernten Speditionskaufmann, dessen Herzblut dem Tennis gehört, auf beeindruckende Art und Weise gelungen.

Herr Jerich, wenn man in ein Familienunternehmen hineingeboren wird, steht in den meisten Fällen fest, wohin die berufliche Reise später geht. Dennoch entscheiden sich einige dagegen. Wann war ihnen denn klar, dass ihre berufliche Karriere tatsächlich im Familienbetrieb verlaufen wird?

(lacht)…ich bin das letzte Kind, der Nachzügler, das Baby in der Familie. Ich habe zwei ältere Schwestern (8 und 4 Jahre älter) und eigentlich habe ich mir meinen Berufswunsch gar nie richtig aussuchen müssen, weil das vom Vater aus festgestanden ist, das ich sein Nachfolger werden würde. Das hat er mir schon in frühen Jahren beigebracht. Der Chef wird der Bub. Mir war klar, dass es ein verantwortungsvoller Job werden wird und dieser Aufgabe wollte ich mich dann auch unbedingt stellen. Es ist früh festgestanden, dass ich später Speditionskaufmann werden soll und will.

Sie waren Anfang 20 als Sie nach Amerika gegangen sind um ihr Holistic-Logistic Unternehmen in den USA aufzubauen und den Zielmarkt USA zu erobern. Wussten Sie damals eigentlich, worauf Sie sich da einlassen?

Nach der  Vorbereitung als Speditionskaufmann und meiner drei Jährigen Logistikschule – in der Theorie wusste ich, um worum es geht. Aber Theorie und Praxis sind zwei Paar Schuh. Das fängt schon damit an, man lernt britisches Englisch in der Schule und steht dann in Amerika und versteht einige Vokabeln nicht. Ein wesentlicher Punkt in meiner Karriere war, als ich mich entschlossen habe nach Amerika zu gehen. Zum Glück hatte ich schon einen Kunden im Gepäck und musste nicht noch einen suchen. Die ersten zwei Jahre waren wir voll auf diesen einen Kunden fokussiert und sind langsam gewachsen. Und damit auch meine Arbeitsweise und Herangehensweise, die ich selbst für mich ausfindig machen konnte und so neue Kunden an Land bringen. Day to day „learning by doing“ und zwar 100 prozentig.

Sie haben 14 Jahre in New York verbracht. Was sind denn die wesentlichen Unterschiede zwischen den Business-Partnern in Übersee und jenen in Europa?

Das ist leicht. Kann ich ihnen gleich sagen. In Europa wird sehr viel Business beim Dinner ausgemacht, Abendessen mit ein, zwei, drei Flaschen Wein intus und dabei macht man Geschäfte. In Amerika passiert das beim Mittagessen und einem Hamburger, Eistee oder Cola. Das ist der wesentliche Unterschied.

Sie haben in einem Interview einst erwähnt, „ihr Herzblut gehört dem Tennis“. Beruflich sind Sie stets unterwegs. Haben Sie bereits alle vier Grand-Slam-Turniere besucht und welches ist in ihren Augen, für Sie persönlich etwas ganz besonderes, also ihr Favorit?

Nachdem ich 14 Jahre in Amerika gewohnt habe, waren die US Open fast mein Wohnzimmer, ich war in Wimbledon, ich war bei dem Australien Open in Melbourne und tatsächlich habe ich es noch nie nach Paris geschafft zu Roland Garros. Ist sich zeitlich nie ausgegangen. Aber natürlich steht auch das noch auf meiner Liste.

Man sagt, sie sind ein leidenschaftlicher und profilierter Tennisspieler. Was für ein Spielertyp sind Sie (angriffig oder eher defensiv)?

Ich bin ein ganz guter Doppelspieler. Im Doppel bin ich österreichischer Staatsmeister geworden und zwar drei Mal, da kann ich meine Stärken besser ausspielen. Singlespieler – das ist ein Fulltimejob, das geht sich bei meinen beruflichen Verpflichtungen nicht aus.

Wie oft spielen Sie selbst?

Ja, eigentlich schon regelmäßig. Ich versuche immer wieder es auf den Tennisplatz zu schaffen, es tut mir irrsinnig gut und ist perfekt um Stress abzubauen. Seit etwa einem Jahr rückt das Tennisspielen aber eher in den Hintergrund, weil die Firma wächst und immer mehr Zeit beansprucht. Aber Tennis ist mein Herzblut und wenn es die Zeit erlaubt, bin ich auf dem Tennisplatz.

Herbert Jerich ist ein profilierter Tennisspieler

Herbert Jerich ist ein profilierter Tennisspieler

Am Wochenende fand der Laver Cup in Prag statt. Erstmalig spielten Federer & Nadal in einem Doppel miteinander. Haben Sie das Match gesehen und zu welcher „Religion“ gehören Sie an?

Ich bin eher der Rafa-Typ, wobei er natürlich Angewohnheiten hat (am Schritt zupfen, Haare, Nase, Ohren streifen) … das ist natürlich ziemlich aufreibend als Zuschauer. Aber was der Roger jetzt macht ist unglaublich in dem Alter, so effizient Tennis zu spielen. Er ist ein absolutes Vorbild für alle Jugendlichen. Aber sonst bin ich eher bei Rafa. Unglaublich was dieser Mensch leistet, auch abseits des Centercourt. Der steht ja jeden Tag sechs Stunden am Platz, damit er die Leistung bringen kann, die er zeigt. Und der Laver Cup, ganz große Erfindung, die wir dem Management von Federer zu verdanken haben. Obwohl, das Ganze war eine etwas unausgewogene Geschichte und wenn auch noch Joković zu Team Europa hinzukommt, dann ist es wohl noch unausgeglichener. Vom Cup her selbst, vor allem in Prag, einem Land das kein Tennisturnier hat, sehr gut angekommen.

Mit welchem Tennis-Star würden Sie gerne spielen?

Gegen den Rafa habe ich schon einmal gespielt. Derzeit würde ich das Doppel daher lieber mit Federer spielen. Momentan. Weil ich schon gegen Rafa gespielt habe.

Durch Zeitverschiebungen sitzen Tennis-Fans oft die ganze Nacht vor den Fernsehbildschirmen, wenn ihre Helden spielen. Können Sie das nachvollziehen bzw. machen Sie das auch?

Nein, so weit geht es dann doch nicht. Aber ich finde es toll das man es nicht nur online verfolgen kann, sondern auch auf Eurosport und ORF Sport Plus die großen Turniere übertragen werden, denn das hat es Jahre lang nicht gegeben. Dank Dominic Thiem gibt es jetzt wieder einen kleinen Tennisaufschwung in Österreich und auch Zverev in Deutschland. Also das finde ich schon auch gut. Extra aufstehen tu ich deswegen aber nicht.

Derzeit läuft der Film „Borg-McEnroe“ in den Kinos. Haben Sie den Film bereits gesehen bzw. werden Sie ihn sich ansehen?

Ich habe davon gehört, wird auch sicher interessant, aber ich glaube ich warte bis der Film auf Netflix läuft.

Die Erste Bank Open 500 zählt seit zwei Jahren zu den größten Tennisturnieren Europas. Welche Bedeutung hat das Für Wien und Österreich und warum unterstützen Sie die Erste Bank Open 500 als Premium Sponsor?

Ich glaube für den Breitensport, so wie Tennis das ist hat der Herr Straka einen riesen Coup gelandet. Österreich ist jahrelang eine Tennisnation gewesen, durch den Thomas Muster und jetzt erlebt das ganze durch Thiem einen Aufschwung. Ich finde das toll, was Herr Straka da aufzieht, von den 250 ATP-Turnier auf ein 500 er, es ist eine immense Vorbereitung, super für jeden Tennis-Fan und da ich selbst auch ein Tennis-Fan bin, sponsore ich auch dieses Event. Da nutze ich natürlich auch die Gelegenheit um meine Kunden dazu einzuladen und so auch das ein oder andere Match in Wien auch selbst mit zu verfolgen.

Die Erste Bank Open 500 findet vom 21. bis 27. Oktober in der Wiener Stadthalle statt. Turnierdirektor Herwig Straka (im Bild mit Superstar Dominic Thiem)zeichnet seit Jahren für das internationale Herren-Tennisturnier verantwortlich.

Die Erste Bank Open 500 findet vom 21. bis 27. Oktober in der Wiener Stadthalle statt. Turnierdirektor Herwig Straka (im Bild mit Superstar Dominic Thiem)zeichnet seit Jahren für das internationale Herren-Tennisturnier verantwortlich.

Der Steirer Sebastian Ofner schied 2016 beim Stadthallen-Turnier in Wien bereits in der Qualifikation aus. Heuer sorgte er in Wimbledon für Schlagzeilen und wurde als „Tennis Falco“ gefeiert. Und das sogar ohne Ausrüster-Vertrag. Was ist ihre Einschätzung zu ihrem Landsmann?

Hut ab, wie weit man es ohne 100 prozentige professionelle Betreuung bringen kann. Der normale Weg geht ja Schritt für Schritt und step by step, er hat einen ganz großen Schritt gemacht in Wimbledon. Hat dann auch das Scheinwerferlicht ausnutzen können und den Spitznamen mit dem Falco bekommen. Aber jetzt heißt es bestätigen. Momentan läuft es nicht so gut für ihn. Ich kenne ihn auch nicht persönlich, weil er noch zu jung ist für meine Generation, aber ich halte ihm die Daumen und hoffe das er noch ein großer Spieler in Österreich wird, weil je mehr Spieler wir haben, umso besser ist der Breitensport in Österreich aufgestellt.

Ofners Coach ist der Vater von Dominic Thiem. Was trauen Sie Thiem, der als große Zukunftshoffnung gilt, eigentlich karrieretechnisch noch zu?

Thiem hat schon bewiesen, dass er ein ganz ein großer Spieler ist. Er hat das Talent, ein professionelles Umfeld, seinen Trainer Bresnik nicht zu vergessen, der das alles ermöglicht. Da kommt die Einstellung, die Ernährung dazu und das geht nur wenn man ein 100 prozentiges gutes Umfeld hat. Es ist nur eine Frage der Zeit das er Top 5 in den nächsten paar Jahren wird. 

Bei der Achse Jerich – Muster – Straka findet sich eine Gemeinsamkeit. Die Steiermark. Zufall? Oder was zeichnet diese Verbindung aus?

(lacht)…ich glaub das der Muster ein wahnsinnig tolles Idol meiner Jugend, meiner Generation ist, wir haben jedes Turnier mitgefiebert mit ihm, der Herwig ist ein Geschäftsmann wie kein anderer in der Steiermark, ein Eventmanagement mit der emotion aufgezogen von Null, was ich mit den beiden gemeinsam habe? Vielleicht ein bisschen was von beiden und das zeichnet uns alle drei aus.

Kommen Sie selbst nach Wien um sich das ein oder andere Turnier anzusehen und wem halten Sie ganz besonders die Daumen?

Ich bin am Mittwoch und Freitag in Wien und schaue mir das Spiel an.

Teilt ihre Frau Juliane ihre Tennisleidenschaft?

Ich bin seit einem Jahr glücklich verheiratet. Aber sie reitet und hat mit Tennis nicht so wirklich viel am Hut. Sie ist eine begnadete Grand Prix Reiterin in der Dressur und sie hat auch Olympia-Ambitionen, das sie 2020 in Tokio für Österreich  startet und da werde ich ihr zur Seite stehen und Daumen halten das es klappt. Aber wenn ich am Tennisplatz bin, ist sie im Reitstall und am Abend sind wir wieder gemeinsam zuhause und das ist auch gut so.

Herbert Jerich ist ein profilierter Tennisspieler (li.). Seit einem Jahr ist er glücklich verheiratet. Seine Ehefrau Juliane ist Grand-Prix-Reiterin in Dressur.

Seit einem Jahr ist er glücklich verheiratet. Seine Ehefrau Juliane ist Grand-Prix-Reiterin in Dressur.

fotos: Hersteller, Cliff Watts