2 Kilometer durch die Donau Auen

Auf den ersten Blick sieht es nach einem schönen Stein-Strand aus. Sieht man genauer hin, blitzen viele kleine Glassplitter zwischen den weißen Steinchen hervor. Manche Scherben sind bereits vom Wasser abgerundet, andere haben noch scharfe Kanten, an denen sich Mensch und Tier schneiden können.

„Schaut euch das an“, ruft einer von unserer Müll-sammel-Gruppe. Kurz darauf befinden sich 18 Personen am Ufer der Donau Auen und sammeln die unzähligen Scherben auf.

Glasscherben sammeln am Ufer der Donau Auen. © Lauren Seywald

Der Tag steht im Zeichen der Ozeane. Es geht darum, die Meere dieser Welt vom Müll zu befreien. Denn alles, was Frau und Herr Österreicher in die Natur werfen, landet durch Wind und Witterung in den Flüssen und schlussendlich im Meer.

So gelangen pro Jahr Millionen Tonnen an Müll im Ozean. Daraus entstand ein siebter Kontinent aus Plastik, der im Ozean herumtreibt. „Er ist sechs Mal so groß wie Frankreich“, erzählen uns die Expertinnen von der Surfrider-Organisation. Die zwei Frauen sind extra aus Frankreich gekommen, um uns durch den heutigen Tag zu führen.

Organisiert wurde der „Water Lover Clean up Day“ von Biotherm. Das Kosmetik-Unternehmen setzt sich seit Jahren für den Meeresschutz ein. Und hat nun zum zweiten Mal auch in Österreich dazu aufgerufen, etwas gegen die Vermüllung zu tun.

240 Liter Müll später

Es ist unglaublich, was man im Nationalpark Donau Auen alles findet. Neben dem Glasscherben-Strand finden wir 620 Zigaretten-Stummel, 280 Plastik-Kleinteile, 70 Lebensmittel-Verpackungen und vieles mehr. Sogar einen Schuh und Auto-Teile klauben wir auf.

Ein Zigaretten-Stummel verschmutzt 500 Liter Wasser und braucht 200 Jahre, um zu verrotten. Das muss man sich mal im Mund zergehen lassen. Höchste Zeit, dass wir unsere Welt vom Müll befreien.

Der Müll sortiert nach Kategorien. © Walter Schneebauer
Die 18-köpfige Gruppe beim Müllsammeln. © Walter Schneebauer
Die Donau Auen stehen großteils unter Naturschutz, trotzdem findet sich dort sehr viel Müll. © Walter Schneebauer

Die kleine Gruppe hat an diesem Tag vorgemacht, was jeder im Alleingang machen kann. Müllsack schnappen und ab in die Natur. Man wird überrascht sein, was sich an Wegesrand und Flussufer alles finden lässt.

Jedes Teil, das man aufhebt, ist ein Stück weniger in den Ozeanen und damit in unseren Körpern. Denn über die Nahrung nehmen wir den Müll in mikrokleinen Bestandteilen wieder zu uns. Ein ewiger Müll-Kreislauf, den es gilt zu unterbrechen.

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