Adi Weiss
In der Königsklasse des deutschen Fernsehens ist Franziska Weisz längst angekommen: Seit 2015 dreht und ermittelt die österreichische Schauspielerin an der Seite von Wotan... Schauspielerin Franziska Weisz feiert ihren 40. Geburtstag

In der Königsklasse des deutschen Fernsehens ist Franziska Weisz längst angekommen: Seit 2015 dreht und ermittelt die österreichische Schauspielerin an der Seite von Wotan Wilke Möhring im „Tatort“. Ihr ganzes Leben lang wollte Weisz Schauspielerin werden, und doch erfüllte sie sich ihren Traum erst über Umwege. Am Montag feiert sie ihren 40. Geburtstag.

Da war zuerst das Studium der Entwicklungs- und Umweltpolitik in Leicester und London – und eine verwegene Idee. „Da ich von Models gehört habe, die zur Schauspielerei gekommen sind, dachte ich mir: Dann model ich einfach ein bisschen“, erzählte sie im „360 Grad Interview“ von „HANSEstyle“. Und tatsächlich: Ihre Agentur schickte sie zu einem Casting – und damit begann die Schauspielkarriere von Franziska Weisz.

Der Start war fulminant: Ulrich Seidl verpflichtete die Newcomerin für seinen Vorstadt-Alptraum „Hundstage“ (2001) und Michael Haneke holte sie für die Jelinek-Verfilmung „Die Klavierspielerin“ vor die Kamera. Allerdings waren da noch nicht alle Weichen gestellt – durch ihr Politik-Studium fuhr Weisz vorerst noch zweigleisig.

Mit dem kühlen Thriller „Hotel“ gelang ihr schließlich der ganz große Durchbruch. Die österreichische Regisseurin Jessica Hausner schrieb Weisz den Film auf den Leib. Schauplatz ist ein einsam gelegenes Berghotel, in dem Weisz als Rezeptionist in ein verwirrendes Labyrinth gerät – sowohl räumlich als auch emotional: Der Wald um das Hotel herum scheint von Hexen und Zauberern dominiert zu werden.

Auf der Berlinale wurde sie 2005 schließlich als Shooting Star ausgezeichnet. Mit ihrem Mann, dem Regisseur Felix Herzogenrath (44), lebt die Schauspielerin inzwischen auch in Berlin.

„Ich wünsche mir, dass meine Rollen so unterschiedlich und herausfordernd wie möglich sind. Vom Junkie bis zur erzkatholischen Mutter, von der Hure bis zur Königin will ich alles spielen“, sagt Weisz.

In der Tat – auf einen bestimmten Typ oder ein bestimmtes Genre hat sich Weisz in ihrer rund 20-jährigen Karriere nie festlegen lassen. In der Gottfried-Keller-Verfilmung „In Liebe vereint“ geht es um eine zerstörte Liebe. Im Berlinale-Beitrag „Kreuzweg“ ist Weisz eine religiös fanatische Mutter und der Psychothriller „Der Taucher“ dreht sich um Gewalt gegen Frauen.

Aber auch in Serien wie „Die Bergretter“, „Der letzte Bulle“ oder „Der Bergdoktor“ übernahm sie Rollen. Sie fände es „total spannend, alles auszutesten“, sagte sie einmal der „Austrian Film Commission“ (AFC). Dazu gehört auch ihre Band Jawoi!, die mit Coversionen für ordentlich Stimmung sorgt.

Im Jänner hat sie noch bei einer Preview-Party zu einem neuen „Tatort“ für Wotan Wilke Möhring gesungen – und der war ganz aus dem Häuschen: „Franzi ist ne Bombe!!“, schrieb er danach auf Instagram.