Adi Weiss
Der kenianische Schriftsteller und Kulturwissenschaftler Ngugi Wa Thiong’o ist mit dem Erich-Maria-Remarque-Friedenspreis der Stadt Osnabrück ausgezeichnet worden. Aus Krankheitsgründen konnte der 81-jährige Autor die... Schriftsteller Ngugi Wa Thiong?o mit Friedenspreis geehrt

Der kenianische Schriftsteller und Kulturwissenschaftler Ngugi Wa Thiong’o ist mit dem Erich-Maria-Remarque-Friedenspreis der Stadt Osnabrück ausgezeichnet worden. Aus Krankheitsgründen konnte der 81-jährige Autor die mit 25.000 Euro dotierte Auszeichnung nicht persönlich entgegennehmen. Stattdessen nahm sie der kenianische Poet und Publizist Abdilatif Abdalla am Freitag in Empfang.

Ngugi Wa Thiong’o wurde für seine aufklärerischen, antikolonialistischen Themen und seinen Bezug auf traditionelle afrikanische Theater- und Erzählkunst gewürdigt. Aus Sicht der Jury ist der Autor eine der wichtigsten literarischen Stimmen Afrikas. In seinen Essays beschäftigt er sich mit den Folgen der Kolonialisierung des Kontinents. Zu einer afrikanischen Kultur gehöre für ihn das Schreiben in afrikanischen Sprachen, da in ihr die Mythen, Denkweisen, die gesamte Kultur und die Mentalität der Menschen verankert seien.

Den mit 5.000 Euro dotierten Sonderpreis bekommt der Verein „Sea-Watch“ als Würdigung für die Seenotrettung von Flüchtlingen. Die Organisation war bisher an der Rettung von mehr als 37.000 Menschen beteiligt. Der Preis ist nach dem in Osnabrück geborenen Schriftsteller Erich Maria Remarque (1898-1970) benannt, der mit dem Anti-Kriegs-Roman „Im Westen nichts Neues“ Weltruhm erlangte.