Fotos: Olga Rubio Dalmau, Karolina Siewko, Isabella Abel, Gettyimages.com, Privat, beigestellt,
Trade Marketing Director Luxury Coty
„Trends, wie in dieser Saison die Logo-Mania, sind genau genommen eine gute Inspirationsquelle und geben neue Impulse. Nichtsdestotrotz, viel wichtiger, als Trends zu folgen, ist es jedoch, den eigenen Stil zu finden und diesen individuell zu unterstreichen, sodass dieser die eigene Persönlichkeit unterstreicht. Ob mit Logos oder ohne. Und wenn wir schon dabei sind, mein aktuelles Lieblingslogo ist ganz klar Gucci.”
C&A, Leader Communications CEE
„Weniger ist nach wie vor mehr! Brand-Logos müssen anderen nicht durch Übergröße aufgedrängt werden, nur um bemerkt zu werden. Ein Modeinteressierter oder -kenner erkennt eine qualitative und stilvolle Tasche, einen Schuh oder Mantel ohnehin direkt. Wer aber doch auf Statement-Logos setzen will, sollte stets darauf achten, dass diese im Zusammenhang mit einem schlichten Outfit am besten funktionieren. So oder so, auch hier gilt es, sich am besten auf nur ein Logo zu beschränken!“
Marketing- und PR-Managerin
„Die Symbole der (Luxus-)Labels sind oft untrennbar mit deren Markenidentität verknüpft und verkörpern einen ganz bestimmten Lifestyle. Wie sehr man diesen Anspruch auf Exklusivität zur Schau stellen möchte oder wie subtil man die eigenen modischen Präferenzen auslebt, ist tatsächlich eine sehr persönliche Entscheidung, die man nicht in Schubladen wie ‚Angeber‘ oder ‚Fashionista‘ einteilen sollte.“
Inhaberin Modehaus Stift
„Die Logo-Mania kommt etwa alle 10 Jahre wieder.Als ich 16 war beispielsweise, musste es der Sweater der Marke „Champions” sein. Also nein, für Angeber ist das nichts, eher für Fashionistas. Und es ist doch gut, wenn eine Marke ‚in‘ ist und man sich so modisch positionieren kann!”
Kreativdirektor bei Gucci
„Im Fall des Labels Gucci hat das Logo eine historische Bedeutung. Es belegt die 95-jährige Geschichte der Marke. Eine Zeit lang hat das doppelte „G” an Bedeutung verloren. Ich habe mir die Wiedergeburt des Logos zur Aufgabe gemacht. Und das ist wie das Malen der Mona Lisa. Das doppelte „G” ist wie eine Hyroglyphe, welche jeder kennt, und das Tüpfelchen auf dem ‚i‘ meiner Designs.”
Moderatorin & Designerin
Machen Sie den Trend mit?
„Große Logos auf der Kleidung waren doch schon immer ein Thema. Ich als Kind der 90er konnte gar nicht groß genug HOMEBOY auf meiner Jacke stehen haben. (lacht) Mir persönlich gefällt es einfach nicht und ich finde es zu protzig (lacht) … Wo hab‘ ich bloß diese Jacke hingeräumt?”
Moderatorin
„Wie so oft im Leben, macht es auch in der Mode die Mischung. Als Accessoire kann ein Teil mit Logo nett aussehen. Doch als Komplettlook ist es definitiv zu viel und zeugt zudem von mangelndem Selbstbewusstsein.”
Ärztin
„Ich persönlich bin kein Fan von Logos. Wenn es die Möglichkeit gibt, greife ich lieber zu neutralen Kleidungsstücken. Wer darauf Wert legt, dass Logos gut sichtbar sind, der möchte, meiner Meinung nach, ein Statement setzen und ist vermutlich stolz darauf, eine gewisse Marke zu tragen. Da spricht aber auch nichts dagegen, denn damit machen ja viele Luxuslabels ihren Umsatz – gerechtfertigt oder nicht.”
Moderatorin
„Weder das eine noch das andere, denn dass Logos ‚prangen‘ ist ja nichts Neues und daher, für mich, auch keine modische Offenbarung. Und angeben lässt sich damit wohl auch nicht sehr gut, da sich Echtes von Fälschung nur sehr schwierig unterscheiden lässt und mit Sicherheit mehr Fälschungen herumlaufen! Generell bin ich persönlich sowieso kein Logo-Fan. Dieser Versuch, zu zeigen, ‚Seht her, was ich mir leisten kann‘, steht einerseits nicht für Individualität und andererseits bereichert dies vor allem die Taschen der Hersteller.”
TV- & Event-Moderatorin
Sind Logos cool oder nicht? „Ich finde Logos nur dann lässig, wenn man ein sehr neutrales, aber cooles Outfit mit einem Logo-Piece als Eyecatcher aufpeppt.“
Machen Sie diesen Trend mit?
„Klar trage ich das ein oder andere Logo-Accessoire, um ein schlichtes Outfit aufzupeppen. Komplett-Outfits in Logos finde ich aber total uncool. Ganz egal, ob das jetzt im Trend ist oder nicht.“
Geschäftsführer Wempe Wien
Stehen Logos für Qualität?
„Meiner Ansicht nach ist der Trend keine modische Offenbarung. Vielleicht gehen Designern die Ideen aus oder sie kommen mit raffinierten Details nicht weiter. Je dezenter das Logo ausfällt, umso besser. Ich mag Marken, denn sie stehen für gute Qualität. Und ich schätze es, wenn eine Marke auch ohne Logo identifizierbar ist, wie etwa bei Gucci. Man erkennt es sofort, auch ohne riesengroßes Logo.
Direktor Vamed Vitality World
„Als Beobachter dieses Logo-Mania-Trends sehe ich das als Gratwanderung. Natürlich ertappe auch ich mich dabei, Markenware zu tragen. Allerdings sollte es dezent ausfallen. Markenlogos tragen, bis zu einem gewissen Grad, sicher zu einem Selbstwertgefühl bei, aber oberste Devise dabei muss sein, das Gegenüber damit nicht zu überfordern.”
Managing Partner/CEO PR International
„Ein Logo alleine reicht noch lange nicht für einen gelungenen Look. Wenn hier aber differenziert wird und Labels mit dem Klischee spielen und ihre Markenzeichen abstrahieren, wie das aktuell etwa Louis Vuitton in Kooperation mit Jeff Koons getan hat oder die Graffiti-Illustration bei Gucci es zeigen, dann hat es durchaus seinen Reiz. Ein wenig Selbst-ironie steht doch jedem gut!”
Geschäftsführer der Bettel-Alm am Lugeck
„Also für mich persönlich ist das nichts, obwohl ich mir auch gern, ab und zu mal, ein Designerstück gönne. Doch wenn, dann mit dezentem Logo. Allerdings finde ich, jeder sollte sich so kleiden, wie er/sie es möchte!“
Juwelier Schullin Graz
Sind Logos tatsächlich wichtig?
„Logos geben Sicherheit und Prestige. Man weiß, wer dahintersteht, welcher Geschmack, welche Qualität, welcher Preis. Gerade das aber verdrießt manche, die sich sicher genug fühlen, selbst entscheiden zu können, was gute Qualität ist. In dem Fall heißt der Trend No-Logo oder sehr dezente Logos, also gerade noch als Herkunftsnachweis.”