Bodyshaming-Vorwurf! Claudia Reiterer wurde wegen Gewicht kritisiert
ORF-Aus nach 27 Jahren: Jetzt erhebt Claudia Reiterer Vorwürfe gegen ihren ehemaligen Arbeitgeber. Wegen ihres Gewichts soll sie einst abgesetzt worden sein. "Ich war für die Zuschauer nicht ansehnlich genug", habe es geheißen.
Claudia Reiterer war jahrelang das Gesicht der politischen Berichterstattung im ORF. Umso größer der Schock, als die 57-Jährige ohne konkrete Begründung ihren Moderationsjob plötzlich verloren hat. Jetzt spricht sie offen über einen Vorfall, der sie bis heute nicht loslässt: eine Bodyshaming-Erfahrung, die bereits 20 Jahre zurückliegt.
Die gebürtige Steirerin moderierte acht Jahre lang den Polittalk "Im Zentrum" und war insgesamt 27 Jahre beim ORF tätig, bis sie heuer überraschend aus dem Programm genommen wurde. "Es hat geheißen, ich muss vom Bildschirm und von der politischen Berichterstattung weg", erklärt sie in einem Interview mit der "Presse". Auf ihre Nachfrage nach dem Grund bekam sie keine klare Antwort.
Doch was sie besonders trifft, reicht weiter zurück. Nach der Geburt ihres Sohnes im Jahr 2004 moderierte sie eine Ausgabe der "Pressestunde" und wurde danach regelrecht abserviert. Der angebliche Grund? Ihr Gewicht!
"Mir wurde ausgerichtet, dass ich zu viel zugenommen hätte, dass ich für die Zuschauer nicht ansehnlich genug sei. Und ich wurde abgesetzt", erzählt Reiterer offen. Sie wollte das nicht einfach hinnehmen und meldete den Vorfall damals bei der Gleichbehandlungsanwaltschaft.
Zwar moderierte sie später das "Hohe Haus", doch eine Warnung ihrer Anwältin blieb im Hinterkopf: Der Preis für das Aufbegehren könnte ein späterer Karriereknick sein. "In meiner Position so eine Ungerechtigkeit durchgehen zu lassen, das ging nicht. Das war meine Verantwortung", sagt Reiterer heute.
Nach ihrem Aus beim ORF hat sie sich neu sortiert, eine Ayurveda-Kur in Sri Lanka gemacht und ein Buch geschrieben, das in Kürze veröffentlicht werden soll.