Amber Heard hat den Anliegen der Frauen geschadet

Hand aufs Herz: Früher hat mir Amber Heard echt leidgetan. Das Opfer häuslicher Gewalt, das jetzt auch noch beispiellose Anfeindungen im Internet ertragen muss. Die arme Frau! Doch im Laufe des sechswöchigen Prozesses hat sich meine Meinung um 180 Grad gedreht. Genau wie die Jury habe ich mittlerweile massive Zweifel an ihren dramatischen Schilderungen. 

Vielmehr drängt sich der Verdacht auf, dass sie es war, die innerhalb der Blitz-Ehe ordentlich ausgeteilt hat. Man stelle sich nur mal vor, ihr wäre eine Fingerkuppe abgetrennt worden - die Empörung wäre vollkommen rechtens grenzenlos gewesen. Doch was übrig bleibt, sind schemenhafte Fotos geröteter Haustellen, die laut einem Experten auch noch nachbearbeitet worden sind. Amber Heard hat mit ihren dramatischen Übertreibungen, ihren theatralischen Tränen und der durch und durch inszenierten Selbstdarstellung allen echten Opfern häuslicher Gewalt einen Bärendienst erwiesen. 

Das Gift der Cancel Culture

Das Urteil hat Johnny Depp in der Öffentlichkeit rehabilitiert, doch kein Geld der Welt kann den angerichteten Schaden wieder gutmachen. Filmstudios hatten sich von ihm abgewandt, ehemalige Wegbegleiter gingen auf Distanz und was übrig blieb, war das zerstörerische Bild eines Frauenschlägers.

Immerhin seine Ex-Freundin Kate Moss hat tapfer zu ihm gehalten und auch das Luxus-Label Dior, das sich nicht an der allgemeinen Cancel Cluture beteiligt hat und deswegen natürlich von Aktivisten angefeindet worden ist. Die Entscheidung von Dior war freilich goldrichtig: Sie haben Rückgrat bewiesen, während sich andere billig hinter substanzloser Vorverurteilung versteckt haben. 

Johnny Depp ist kein Einzelfall

So viel ist klar: Das Urteil hat weitreichende Folgen. Erstmals wurde jetzt das Tabu-Thema häusliche Gewalt gegen Männer in den Fokus gerückt. Und es werden auch die Folgen thematisiert, die unbewiesene Vorwürfe für die Karriere der Betroffenen haben können. Ich bin mir sicher: Johnny Depp ist kein Einzelfall! Doch nicht jeder hat auch die Mittel sich zu wehren.

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