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Dr. Doris Gapp und Dr. Yvonne Rottensteiner klären auf

Baby Blues vorbeugen: Für ein gesunde Entwicklung deines Babys

Von welchen Symptomen wird der Baby Blues begleitet? © Fotolia

Schwangere freuen sich auf ihr Baby und auf die erste Zeit. Doch was geschieht, wenn Gefühle von Hilflosigkeit und starken Stimmungsschwankungen überwiegen? Hält die trübe Stimmung an, könnte dies auf eine beginnende Wochenbettdepression hinweisen.

Volle Eisenspeicher nach der Geburt

Eine Geburt verläuft im besten Fall komplikationslos. In vielen Fällen kommt es jedoch vor, dass die werdenden Mütter während der Geburt einen hohen Blutverlust erleiden.

Dabei sind gut gefüllte Eisenspeicher während der Schwangerschaft sowohl für das Kind als auch für die Mutter essenziell:


  • Wenn diese nicht vorhanden sind, kann sich der Körper nicht gut erholen.


  • Außerdem wird die Milchbildung gestoppt.


  • Die frischgebackene Mutter fühlt sich schlapp und ausgelaugt.


  • Auch Konzentrationsschwäche gehört dazu. 

Eisenmangel während und nach der Schwangerschaft, Dr. Doris Gapp erklärt

Die Ursachen von Wochenbettdepression

Erwiesen wurde, dass leere Eisenspeicher die Ursache von Wochenbettdepression sein können. Um solch eine Depression vorzubeugen, können werdende Mütter ein Blutbild machen lassen. Dieses ist hilfreich, da im Fall eines Eisenmangels unmittelbar gehandelt werden kann.

Folgende Therapiemöglichkeiten stehen zur Verfügung:


  • Orale bzw. medikamentöse Therapie mit Eisentabletten


  • Intravenöse Therapie mittels einer Eiseninfusion

Baby Blues

Eine Geburt ist immer mit vielen Gefühlen verbunden. Werdende Mütter werden bereits während der Schwangerschaft mit Glückshormonen überschüttet, die sich nach der Geburt verstärken. Die Kehrseite zeigt jedoch, dass viele Frauen erstmal in ein tiefes Loch fallen. Dies fällt unter den Begriff “Baby Blues” und zählt zu einer leichten Form der Wochenbettdepression. Normalerweise dauert die Verstimmung zwischen drei und fünf Tage nach der Geburt und geht vollständig zurück.

Eine schwere Wochenbettdepression hingegen, entwickelt sich erst im Laufe der zweiten Woche. Betroffene klagen besonders über Antriebslosigkeit. Aus heutiger Sicht sind etwa 15% der Wöchnerinnen betroffen.

Eisenmangel kann durchaus die Ursache von Baby Blues sein. © Fotolia

Entstehung einer Wochenbettdepression

Eine Wochenbettdepression steht im Zusammenhang mit körperlichen und psychischen Beschwerden. Die Ursachen können sein:


  • Hormonelle Umstellungen


  • Emotionale und körperliche Anstrengung


  • Schlafmangel

Manchmal ist die Wochenbettdepression jedoch schwer festzustellen, da Schlafmangel und Erschöpfung nach einer Geburt vollkommen normal ist. Selbst wenn Frauen antriebslos sind, geht man nicht unbedingt sofort von einer Depression aus. Meist spielen organische Ursachen eine entscheidende Rolle:


  • Schilddrüsenstörung


  • Autoimmunerkrankungen

Damit aus Babyglück kein Baby Blues wird: Check dein Eisen! © Fotolia

Haarausfall

Im Zusammenhang mit dem Eisenmangel, sind schwangere Frauen oft von Haarausfall betroffen. Der diffuse Haarausfall tritt meist erst nach den Wechseljahren auf. Allerdings wurde erwiesen, dass auch Schwangere damit zu kämpfen haben. Gesunde Menschen verlieren etwa 100 Haare am Tag, bei über 200 Haaren spricht man von “Effluvium”.

Wenn dies länger anhält, sollte man der Ursache auf den Grund gehen. Zumindest dann, wenn kein erwiesener Eisenmangel vorliegt.

Dr. Rottensteiner spricht über die rasche Behebung von Eisenmangel

Wer ist besonders gefährdet?

Eine Wochenbettdepression kann zwar bei jeder Mutter auftauchen, dennoch sind hauptsächlich Frauen, bei denen Komplikationen während der Schwangerschaft auftauchen, gefährdet.

Zudem sind Mütter betroffen, die wenig bis kaum soziale Kontakte haben und unter psychischen Problemen leiden. Aber auch jene, die während und nach der Schwangerschaft unter belastenden Situationen ausgesetzt waren.

Symptome und Folgen

Betroffene Frauen klagen meist über folgende Symptome:


  • Weinkrämpfe ohne ersichtlichen Grund, hohe Reizbarkeit


  • Gedrückte und depressive Verstimmung, Traurigkeit, Interessenverlust


  • Hoffnungslosigkeit, Schuldgefühle


  • Schlafstörungen, Müdigkeit, Antriebslosigkeit


  • Schwindel, Kopfschmerzen, Muskelverspannung


  • Geringes Selbstvertrauen


  • Konzentrationsschwäche


  • Appetitmangel, Verdauungsstörungen


  • Niedergeschlagenheit, sozialer Rückzug, Suizid

Eine unbehandelte Wochenbettdepression kann schwerwiegende Folgen haben. Dazu zählen vor allem ablehnende Gefühle dem Kind gegenüber, Wahnvorstellungen und Persönlichkeitsveränderungen. Wichtig ist daher, dass sich Mütter unmittelbar in ärztliche Behandlung geben. Die Folgen werden zwar nur bei etwa zwei von 1.000 Geburten festgestellt, trotzdem ist eine Abklärung wichtig, um Spätfolgen zu vermeiden.

Behandlung und Vorbeugung

Der erste Schritt für Betroffene ist das Aufsuchen eines kompetenten Arztes. Wenn die Wochenbettdepression frühzeitig erkannt wird, kann sofort entgegengesteuert werden.

In manchen Fällen, verläuft die Depression mit schweren Verlauf, dann ist eine psychotherapeutische Behandlung notwendig. Auch eine medikamentöse Behandlung kann in Betracht gezogen werden. Im äußersten Notfall muss sich die betroffene Mutter in stationäre Behandlung geben. 

Um einer Wochenbettdepression vorzubeugen, wird zu folgenden Maßnahmen geraten:


  • Kontrolle eines möglichen Eisenmangels


  • Gespräche über die Ängste und Sorgen mit Vertrauten


  • Aufbau eines gut funktionierenden Beziehungsnetzes


  • Respektvoller und positiver Beistand bei der Geburt


  • Ärztliche Aufsicht, falls bereits vor der Geburt eine Depression vorhanden war

In Eisenzentren finden Sie Unterstützung, falls Fragen zu Ihrer Schwangerschaft auftauchen. Gerne können Sie einen Termin vereinbaren.

Häufige Fragen von Patientinnen

Wie gehe ich mit Baby Blues um?

Baby Blues ist keine anerkannte Krankheit, daher muss sie auch nicht behandelt werden. Die Symptome klingen in den meisten Fällen innerhalb weniger Tage ab. Ist dies nicht der Fall, sollte unbedingt ein Arzt hinzugezogen werden. Achten Sie auf besonders viel Ruhe und gehen Sie verständnisvoll mit der Situation um.

Was kann ich gegen Antriebslosigkeit tun?

Nach eine Schwangerschaft ist es logisch, dass Ihr Körper Ruhe braucht. Wenn die Antriebslosigkeit mehrere Wochen anhält, wird geraten, an die frische Luft zu gehen. Planen Sie außerdem Dinge voraus, auf die Sie sich freuen. Weiters können Sie sich kleine Ziele setzen. Wenn das Wochenbett zu Ende geht, können Sie auch mit dem Sport beginnen. Geben Sie Ihrem Körper Zeit, sich zu erholen. 

Wie äußert sich Konzentrationsschwäche?

Oft fällt es nach der Geburt auf, dass Frauen unfähig sind, sich auf Aufgaben zu fokussieren. Meist sind äußere Reize für die Konzentrationsschwäche verantwortlich. Weiters geht das Interesse an den unterschiedlichsten Dingen verloren. Auch bestimmte Aufgaben werden vorzeitig unterbrochen. Behalten Sie die Symptome im Auge.

Wie kann ich einer Wochenbettdepression vorbeugen?

Um einem Baby Blues und einer Wochenbettdepression vorzubeugen wird empfohlen, die Eisenwerte schon während der Schwangerschaft stabil zu halten. Dabei kann eine moderne Eiseninfusion helfen. Vor allem bei Geburten mit hohem Blutverlust ist besondere Vorsicht geboten. 

Ein gutes soziales Umfeld ist ebenfalls wichtig. Wenn Sie bereits vor der Geburt über Ihre Ängste und Sorgen ganz offen sprechen, ist die anstrengende Zeit im Wochenbett leichter zu bewältigen. Psychischen Problemen kann man unter ärztlicher Aufsicht auch medikamentös entgegenwirken.