Todesfall

"Gar nicht reagiert": Ersthelfer schildert letzten Minuten von Felix Baumgartner

Extremsport-Legende Felix Baumgartner ist tödlich verunglückt © Gettyimages.com

Nach dem tödlichen Absturz von Felix Baumgartner in Italien meldet sich nun ein Ersthelfer zu Wort. Er schildert die dramatischen Minuten am Unglücksort.

Auch Tage nach dem tödlichen Unfall von Felix Baumgartner wirft der Absturz des Extremsportlers in Italien weiter Fragen auf. Während die Obduktion die unmittelbare Todesursache, ein Bruch der Wirbelsäule und eine schwere Rückenmarksverletzung, bereits geklärt hat, laufen die Ermittlungen der italienischen Behörden weiter. Im Mittelpunkt: mögliche technische Mängel am motorisierten Gleitschirm. Nun schildert ein Augenzeuge die dramatischen Minuten vor Ort und wie er selbst versuchte, Baumgartner das Leben zu retten.

Giuseppe Frigerio befand sich zum Zeitpunkt des Unglücks im italienischen Küstenort Porto Sant’Elpidio. Eigentlich wollte er zu einem Dartturnier, doch was er dann erlebte, veränderte seinen Tag schlagartig. "Ich kam ein paar Minuten früher an, als ich plötzlich um 15:55 Uhr sah, wie ein motorisierter Gleitschirm Höhe verlor und immer schneller zu Boden raste, bis er zwischen zwei Swimmingpools prallte", erzählte er der italienischen Tageszeitung "La Provincia di Como". 

Der Pool der Urlaubsanlage "Le Mimose del Club del Sole" befindet sich in Strandnähe © Le Mimose del Club del Sole

Zusammen mit einem weiteren Urlauber wählte Frigerio sofort den Notruf und schilderte die dramatische Lage: "Ich berichtete, dass der Mann bewusstlos sei und schwer atme. Sofort wurden Rettungswagen und ein Hubschrauber losgeschickt."

Gemeinsam mit einer Krankenschwester aus Mailand, die ebenfalls im Resort war, befreite er Baumgartner aus dem Gurtzeug. Beide begannen mit Reanimationsmaßnahmen. Kurz darauf trafen professionelle Rettungskräfte ein und versuchten, den Österreicher mithilfe eines Defibrillators zu retten, jedoch vergeblich. 

"In dem Moment war der Urlaub für mich beendet"

Die ganze Tragweite wurde dem Ersthelfer erst später bewusst: "In dem Moment war der Urlaub für mich beendet", erzählt Frigerio rückblickend. Erst auf der Rückfahrt habe er durch eine Radiomeldung erfahren, dass es sich bei dem Verunglückten um Felix Baumgartner gehandelt hat. "Im Radio war von einem möglichen plötzlichen Schwächeanfall die Rede - genau das hatte ich auch gedacht, denn es sah so aus, als hätte er auf den Aufprall gar nicht reagiert."

Die Staatsanwaltschaft in Fermo will nun klären, ob ein technisches Versagen den Absturz verursacht hat. Dazu wurde Marco Rech, Präsident des italienischen Verbands der Flugschulen und ein führender Experte im Bereich Gleitschirmfliegen, mit einem technischen Gutachten beauftragt. Er hat 60 Tage Zeit, um die Ergebnisse vorzulegen.

Parallel analysierten die Ermittler bereits Videomaterial, das Baumgartner vor dem Start an seinem Bein befestigt hatte. Die Aufnahmen liefern zwar Einblicke in den Flugverlauf, konnten jedoch bislang nicht klären, weshalb das Gleitschirmsegel kollabierte.

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