Homestory

Daheim bei Beatrix Reboly

Beatrix Reboly schuf mit viel Liebe zum Detail ein außergewöhnliches Kleinod mitten in den Sausaler Weinbergen. © Gerry Frank

Im Sausal steht die vinophile Variante der Wiener Sezession. Wie Beatrix und Haimo Reboly auf diese ungewöhnliche Idee kamen? OBEGG hat nachgefragt.

Beatrix Reboly hatte die Idee zum Objekt im Secessions-Stil am Wein-Lagerhaus. © Gerry Frank

Der Traum vieler Pensionisten-Ehepaare lässt sich ungefähr so beschreiben: Auf in den Süden, um die ungemütlichen Wintermonate in der Wärme zu verbringen. Beatrix und Haimo Reboly hätten sich dem Wunsch eines Domizils im Süden locker erfüllen können.

Doch sie wollten das nicht. Stattdessen schufen sie mit viel Liebe zum Detail ein außergewöhnliches Kleinod mitten in den Sausaler Weinbergen in Kitzeck.

Keltenschmied Ewald Stani hat das Objekt im Stil der Wiener Secession gefertigt. © Gerry Frank

Nur altes Mauerwerk und ausgediente Weinstöcke erinnerten noch daran, dass hier einst eines der ältesten Weingüter mit dem Vulgonamen Bleyweis sein Dasein hatte, als das Ehepaar 1998 das Grundstück kauft. 2001 begann der ehemalige Leibnitzer Radiologe, das Weingut aus seinem Dornröschenschlaf zu erwecken.

Jedes Detail wurde liebevoll renoviert. Sogar der Stadl des Weingutes wurde aufpoliert. © Gerry Frank

Dieser Plan avancierte fast zu einer Lebensaufgabe. „Ich jage nicht, ich spiele nicht Golf, aber ich renoviere und gestalte gerne“, schildert Reboly seine Passion. 18 Jahre später ist der Traum vollendet – und der ist durchaus imposant.

Nichts wurde mitten in den Kitzecker Weinhügeln dem Zufall überlassen: Die Gehöfte am Weingut schmiegen sich sanft in die Landschaft ein, als wären sie schon immer hier gestanden, und mit viel Enthusiasmus wurde das Anwesen im Erzherzog Johann-Stil errichtet. 

"Die Lilie der Freimaurer auf der Hausmauer. Mir gefällt das Zeichen, aber ich bin kein Freimaurer", so Reboly. © Gerry Frank

„In Leibnitz haben wir in einen sehr modernen Ambiente gelebt, aber hier zwischen den Weinbergen passt das einfach nicht. Deswegen haben wir alles in diesem alten Stil errichtet“, erzählt Haimo Reboly.

Aus Neu mach Alt

Schritt für Schritt wurden die Häuser, das Kellerstöckl, die Stadln, die Schnapshütte renoviert. „Ich bin viel im Burgenland und in der Oststeiermark herumgefahren, um mir Ideen für unser Projekt zu holen“, erzählt Reboly. 

In der Küche kreiert man Köstlichkeiten mit Oliven vom eigenen Garten. © Gerry Frank

Im Vorjahr kam noch eine Kapelle im neugotischen Stil hinzu und vor allem ein Bauwerk der besonderen Art. Nirgendwo sonst in der Südsteiermark sieht man so etwas  –  es ist eine vinophile Interpretation der Wiener Sezession. 

Im Jahr 2019 wurde die Kapelle erbaut und auch gesegnet. Hier kann man auch heiraten. © Gerry Frank

Es benötigt schon etwas Mut und auch eine Portion Extravaganz, wenn man so ein Objekt mitten in die Hügellandschaft platziert. 

Die Kapelle ist ein Kraftplatz, von einem Wünschelrutengänger getestet. Haimo Reboly

Fragt man Beatrix Reboly nach ihrer Intention, dann lenkte wohl eher der Zufall bei der Realisierung die Geschicke. „Wir haben nie daran gedacht, eine Kuppel zu errichten, aber dann war das Lagerhaus für die Weine fertig und plötzlich kam mir dann die Idee dazu.“

Jedes Detail wurde liebevoll renoviert. © Gerry Frank

Und diese wurde auch sofort realisiert. Die goldfarbenen Weinblätter auf der Kuppel sind nicht aus echtem Blattgold „wie auf der Wiener Sezession, sondern nur goldener Autolack", erzählt Reboly lachend. 

Überall im Haus findet man extravagante Objekte. © Gerry Frank

Umringt ist das Weingut nicht nur von Weinstöcken (das Weingut keltert Rotweine und nicht wie in der Südsteiermark üblich Weißwein), sondern auch von 250 Olivenbäumen, die Reboly mit viel Aufwand pflegt.

In den Wintermonaten werden sogar beheizte Zelte rund um die ältesten Exemplare errichtet, damit die Kälte keinen Schaden anrichtet. „Die ältesten Olivenbäume sind zwischen 150 und 500 Jahre alt“, so Reboly über sein Experiment. 

Beim Interieur des renovierten Weingutes dominiert der Erzherzog-Johann-Stil. © Gerry Frank

Was macht mit so einem außergewöhnlichen Anwesen, wenn die Kinder teilweise im Ausland leben und es nicht nützen können? Man verwandelt es in eine Hochzeitslocation. „Die Kapelle ist ein Kraftplatz, den ich extra von einem Wünschelrutengänger testen ließ.“
 

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