ALTE TRADITIONEN

Klappern gehört zum Handwerk

Sie stehen stolz in den Weingärten, an allen Ecken und Enden, in unterschiedlichen Größen und zieren die hügelige südsteirische Landschaft - der Klapotetz. Aber die Herstellung dieses traditionellen Windrads ist nicht einfach, und kaum ein Handwerker kann das noch.

Der Klapotetz - das ist eigentlich ein Windradl, das die Trauben vor den Vögeln schützen soll. Über 30 Einzelteile unterschiedlicher Holzarten werden dafür verbaut, Birkenzweige am Ende lassen das Radl besser im Wind drehen. So erzeugt er ein stetes Geräusch, durchaus melodisch klingt es- wobei er eigentlich Krach machen soll, zumindest in den Ohren der Vögel, und die Trauben vor unerwünschten Fressangriffen schützen soll.  Allerdings fallen die Vögel schon lange nicht mehr auf diesen Jahrhunderte alten Trick hinein. Heute ist der Klapotetz ein Markenzeichen der Südsteiermark und ein Eyecatcher für Besucher.

Wer schon immer etwas über den hölzernen Aufbau wissen oder seinen eigenen Klapotetz besitzen wollte, wird nicht so leicht fündig. Denn es gibt nicht mehr viele, die dieses traditionelle Handwerk noch beherrschen. Einer dieser Zunft ist beispielsweise Franz Skrabel aus Gamlitz. Oder man besucht den Klapotetzhof Silberschneider am Familienweingut in Eichberg-Trautenburg. Erich Silberschneider baut hier seit  50 Jahren Klapotetze. In den 1980er-Jahren, so blickt der Seniorwinzer zurück, sei die Nachfrage nach Klapotetzen beinahe zum Erliegen gekommen. Die Kunst des Klapotetzbaus – bei ihm irgendwo zwischen Hobby und Leidenschaft angesiedelt – hat Silberschneider vor Jahrzehnten von seinem Onkel erlernt und mittlerweile auch an seinen Sohn Stefan, übrigens Falstaff Nachwuchswinzer des Jahres 2021, weitergegeben. Heute sei die Nachfrage wieder riesig und die beiden kommen kaum mit der Herstellung nach.

Vater Erich und Sohn Stefan Silberschneider auf ihrem Weingut © beigestellt
Stefan Silberschneider, einer der Top-Nachwuchswinzer der Südsteiermark © beigestellt

Hunderte Modelle, ob kleine mit geringerer Flügelspannweite für den Garten ebenso wie größere, wie man sie in Weingärten und vor Buschenschänken sieht, wurden bereits in alle Welt verkauft. Sozusagen Südsteiermark-Flair everywhere! Billig ist so ein Windradl nicht – um die 1.000 Euro muss man für die großen Outdoor-Gestelle rechnen. Einen kleinen zur Wohnzimmer-Deko gibts aber schon um die 50 Euro.

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