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Hollywood

Oscars 2020 - Glamour, Humor und wenig Überraschung

Wer sind die Gewinner des Abends? Wer strahle am Red Carpet und wer sorgte für Gesprächsstoff bei den Oscars? Wir haben die Highlights des Filmpreises 2020 gesammelt.

Die Gewinner & Gewinnerinnen 2020

Die Verleihung an sich bot wenige Überraschungen, denn der Oscar ging in den Top 5 Kategorien fast an die gleichen Schauspieler und Schauspielerinnen wie die Golden Globes. Einzig und allein der südkoreanische Spielfilm „Parasite“ schrieb 2020 Geschichte: Er wurde als erster nicht-englischsprachiger Film als „Bester Film“ ausgezeichnet.

  • Bester Film

„Once Upon a Time in Hollywood“

„1917“

„The Irishman“

„Little Women“

„Jojo Rabbit“

„Joker“ –

„Marriage Story“

„Le Mans 66: Gegen jede Chance“

„Parasite“

  • Bester Hauptdarsteller

Adam Driver – „Marriage Story“

Leonardo DiCaprio – „Once Upon a Time in Hollywood“

Jonathan Pryce – „Die zwei Päpste“

Antonio Banderas – „Leid und Herrlichkeit“

Joaquin Phoenix – „Joker“

  • Beste Hauptdarstellerin

Scarlett Johansson – „Marriage Story“

Saoirse Ronan – „Little Women“

Charlize Theron – „Bombshell: Das Ende des Schweigens“

Cynthia Erivo – „Harriet“

Renée Zellweger – „Judy“

  • Bester Nebendarsteller

Tom Hanks – „Der wunderbare Mr. Rogers“

Anthony Hopkins – „Die zwei Päpste“

Al Pacino – „The Irishman“

Joe Pesci – „The Irishman“

Brad Pitt – „Once Upon a Time in Hollywood“

  • Beste Nebendarstellerin

Scarlett Johansson – „Jojo Rabbit“

Kathy Bates – „Richard Jewell“

Florence Pugh – „Little Women“

Margot Robbie – „Bombshell“

Laura Dern – „Marriage Story“

  • Bestes Kostümdesign

„Once Upon a Time in Hollywood“

„Joker“

„Jojo Rabbit“

„The Irishman“

„Little Women“ – Jacqueline Durran

Der Red Carpet

Es war auf den ersten Blick zu sehen. Schwarz und Weiß und Metallic-Töne dominierten den Dresscode bei den Oscars 2020. Die Roben waren außergewöhnlich klassisch und weniger ausgefallen, als noch in den letzten Jahren. Der Nachhaltigkeits-Gedanke dominierte auch hier. Viele Superstars, wie auch die nominierte Margot Robbie, begeisterten in grandiosen Vintage-Modellen.

 

Natalie Portman ließ Namen von weiblichen Regisseurinnen auf die Dior-Robe sticken. Der Grund? Die Frauen waren nicht nominiert. © Gettyimages.com

Viel beachtet, oftmals gelobt wurde die Kreation von Schauspielerin Natalie Portman. Sie trug ein Design aus dem Hause Dior. Ihr Mantel war ein Statement für mehr Vielfalt. Dass bei den Oscars keine Frau eine Chance auf die Trophäe als beste Regisseurin hat, empörte Natalie Portman. Prompt ließ sie einige Namen in goldenen Lettern auf ihrer Dior-Robe sticken.

Die schönsten Looks

Billie Eilish in Chanel. © Gettyimages.com
Salma Hayek in Gucci. © Gettyimages.com
Tom Hanks in Tom Ford. © Gettyimages.com
Charlize Theron in Dior. © Gettyimages.com
Scarlett Johansson in Oscar de la Renta. © Gettyimages.com
Penelope Cruz in Chanel. © Gettyimages.com
Leonardi diCaprio in Giorgio Armani. © Gettyimages.com
Margot Robbie in Vintage-Chanel. © Gettyimages.com
Oscar-Gewinner Joaquin Phoenix in Stella McCartney. © Gettyimages.com
Oscar-Gewinnerin Renee Zellweger in Armani Prive. © Gettyimages.com

Die Live-Acts bei den Oscars 2020

Die absoluten Stargäste waren die junge Überfliegerin Billie Eilish mit ihrer In Memoriam Version von The Beatles‘ „Yesterday“, sowie die queere Sängerin Janelle Monáe, die Unterstützung von Billy Porter bekam.  Außerdem sorgte der Überraschungsgast Eminem mit seinem Song „Lose Yourself“ aus dem Film „8 Mile“ für Furore.

Für die weitere musikalische Untermalung sorgten Elton John, dessen Song „(I’m Gonna) Love Me Again“ aus „Rocketman“ auch für den besten Song ausgezeichnet wurde, Idina Menzel (bekannt aufgrund des „Frozen“-Hits „Let It Go“), Chrissy Metz, Cynthia Erivo und Randy Newman.

Die Goodie Bags haben es in sich

Auch wenn nicht alle die begehrte Trophäe erhalten können, gibt es zumindest aufgrund der Goodie Bags Grund zur Freude für die Nominierten aller Kategorien. Der Wert dieser Geschenke beträgt laut Forbes über 205.000 Euro.

Darin enthalten sind unter anderem kosmetische Behandlungen, Kosmetika, Fitness-Stunden mit einem Personal Trainer, Schokolade mit Canabis-Öl und eine zweiwöchige Luxus-Kreuzfahrt.

Gut zu wissen

Wann und wo fanden die Oscars 2020 statt?

Ganz korrekt lautet die Veranstaltung rund um die Oscars „Academy Award of Merit“, meist eher bekannt unter den „Academy Awards“. Die Preisverleihung zeichnet die Besten der Filmindustrie aus. Die 92. Verleihung fand am 9. Februar 2020 im Dolby Theater in Los Angeles statt. Diese Location für über 3.000 Gäste wurde übrigens 2001 extra für die Veranstaltung erbaut.

Wie viele Oscars werden jährlich vergeben?

Jährlich wird ein Oscar in 24 Kategorien verliehen.

Die wichtigsten Kategorien, auch „Die Top 5“ genannt, sind der Beste Film, Beste Hauptdarsteller, Beste Hauptdarstellerin, Bester Nebendarsteller, Beste Nebendarstellerin.
Die weiteren Kategorien lauten: Bester Regisseur, bestes Kostümdesign, bester Kurzfilm, bester animierter Spielfilm, bester animierter Kurzfilm, bester Dokumentarfilm, bestes Originaldrehbuch, bester Kurzfilm, bester fremdsprachiger Film, bestes Szenenbild, bester Song, bester Tonschnitt, beste Filmmusik, bester Schnitt, beste Regie, beste visuelle Effekte, bestes adaptiertes Drehbuch, beste Kamera, bester Dokumentar-Kurzfilm

Wer nominiert die Oscars?

1927 wurden die AMPAS von Hollywood-persönlichkeiten gegründet, um die Filmwirtschaft zu fördern. Wer mittlerweile Teil der Academy ist, wird stets geheim gehalten. Man schätzt die Mitgliedszahl derzeit auf etwa 7.000 Personen aus dem Film-Business, wie Schauspieler, Regisseure und Journalisten. Mit dabei sein darf man nur auf persönliche Einladung. Die Präsidentin der Academy ist seit 2013 Cheryl Boone Isaacs.

Wer verleiht die Oscars?

Zwei Wochen vor der Preisverleihung werden die Laudatoren bekannt gegeben. 2020 verliehen die jeweiligen Vorjahres-Gewinner der Top 5 Kategorien die Statuen. Zudem waren noch viele weitere Stars dabei wie Gal Gadot, Timothée Chalamet, Mark Ruffalo, Penelope Cruz, Diane Keaton und Shia Labeouf. 

Wer moderierte die Oscars 2020?

Bis 2018 moderierte ein Promi die Oscars und führte durch die Nacht. Seit 2019 verzichtet man auf Moderatoren. Anscheinend soll das auf die sinkende Zuschauerzahl zurückzuführen sein – Denn aufgrund dessen konnte die Zeit um 30 Minuten verkürzt werden und das Programm flotter durchgezogen werden. Damit konnte man 2019 bereits 13% der Zuseher wieder erreichen, weshalb der Verzicht 2020 fortgeführt wurde.

Wo werden die Oscars in Österreich übertragen?

Jedes Jahr überträgt der ORF live die Oscar-Nacht. 2020 führten ORF-Kulturjournalistin Lillian Moschen und Filmexperte Alexander Horwath durch die Preisverleihung.

Wann wurden die ersten Oscars vergeben?

Das erste Mal wurde der Filmpreis im Februar 1929 verliehen. Die berühmte Goldstatue gibt es allerdings erst seit den 1950ern. Davor wurden Urkunden überreicht.

Wer hat die meisten Oscars bis jetzt gewonnen?

Den Rekord für die meisten Oscar-Gewinne mit insgesamt 11 Preisen halten „Der Herr der Ringe“ (2004), „Titanic“ (1998) und „Ben Hur“ (1960). Zumindest wenn man die Filme betrachtet, denn eine Person konnte noch weit mehr Statuen ergattern: Walt Disney war 64 Mal nominiert und gewann 26 Goldjungen.   

Welcher Film hatte die meisten Oscar-Nominierungen?

Mit 14 Nominierungen konnten „All About Eve“ (1950), „Titanic“ (1998) und „La La Land“ (2017) bis dato die meisten Jurymitglieder in den diversen Kategorien überzeugen.

Was essen Brad Pitt, Penelope Cruz & Co. in der Oscar-Nacht?

Sie werden tatsächlich von einem Österreicher verköstigt. Wolfgang Puck zauberte ausgefallene Fingerfood-Gerichte, von denen 70 Prozent pflanzen-basiert waren. Neben Süßkartoffel Tempura, Minze Koriander Aioli, Baba Ghanoush und hausgemachter Campanelle Pasta mit kandierte Zitronen wurden auch Artischoken, englische Erbsen sowie Lachs und Kaviar serviert.

Wir arbeiten mit allen Produkten, denn obwohl sich viele Menschen vegan ernähren, isst die große Mehrheit immer noch Fleisch und Fisch. Wolfgang Puck

Auch der Nachtisch wurde zum Teil vegan angeboten. Drei Dutzend sensationelle Dessert-Kreationen hat es gegeben. Darunter waren auch die mit 24 Karat Gold verzierten Schoko-Oscars, natürlich auch in veganer Variante. Salted Caramel Brownies, Kokosnusscreme-Kissen und dunkle Schokolade wurden von dem insgesamt 200-Mann starken Küchenpersonal für die Gäste zubereitet. Die Veranstaltung allein benötigte unglaubliche 900 Eventmitarbeiter.

Wo findet der Govenor’s Ball statt?

Gleich im Anschluss an die Oscars konnten die bis dahin ausgehungerten Gäste vom Dolby Theatre rüber in den Ray Dolby Ballsaal auf die oberste Etage des „Hollywood & Highland Centers“ wechseln, um sich dort endlich mit allem möglichen Feinkostkram verpflegen können. Beide Gebäude stehen direkt nebeneinander, so dass die Stars nicht lange laufen müssen.

Wer ist Wolfgang Puck?

Der Österreicher Wolfgang Puck zeichnet für das Catering verantwortlich. © Gettyimages.com

Seit einem Vierteljahrhundert macht der Österreicher Wolfgang Puck das Catering für die Oscarverleihung. Der 70-Jährige Wolfgang Puck ist in Österreich geboren,  1949 in Sankt Veit an der Glan, machte in Frankreich seine Ausbildung zum Koch. Mit 24 Jahren wanderte er in die USA aus, wo er so richtig durchstartete.  Seit 1994 versorgt Wolfgang nun schon jährlich 1500 Oscar-Gäste. Neben seinen 70 Restaurants, die von Fast-Food über Cafés bis hin zu Gorumet-Gastronomie reichen, hat er auch eine eigene Catering Firma. Wolfgang Puck lebt mit seiner Frau und seinen vier Söhnen in Los Angeles, Kalifornien.

Ihm wurde sogar ein Charakter in der Kultserie „The Simpsons“ gewidmet, er hat einen Stern auf dem „Walk of Fame“ und bekocht Hollywoodstars bei der Oscarverleihung: Wolfgang Puck ist zwar selbst ein Star, dabei aber herrlich bodenständig geblieben.

Fun Facts über die Oscar Statue

  • Der Name: Warum der Oscar wirklich Oscar heißt, weiß niemand so genau. Gerüchten zufolge soll 1931 die Vorstandssekretärin Margaret Herrick (†73) beim Anblick der Statuette gerufen haben, er erinnere sie an „ihren Onkel Oscar“. Der Name blieb wohl hängen.

  • Schwergewicht: Die Statue ist 34cm groß und besteht aus einer Metalllegierung, die mit einer 24-karätigen Goldschicht überzogen ist. Dadurch wiegt sie 3,9 Kilogramm.

  • Wert: Je nach Goldwert liegt der materielle Wert bei ca. 500 Euro.

  • Streng geheim: Damit die Gewinner der Statue keinesfalls vorab durchsickern, werden auf der Bühne leere Oscars vergeben. Im Nachhinein kann der Preisträger seinen Goldjungen auf dem „Governor’s Ball“ gravieren lassen.

  • Ersatz: Verliert man einmal seinen Oscar oder wird er gestohlen, wird er von der Academy einfach ersetzt.

  • Jared Leto: Schauspieler Jared Leto (47) verzichtete auf diesen Ersatz. Er knallte seinen Oscars nämlich nur drei Tage nach der Verleihung gegen ein Geländer und hat die Statue jetzt mit einer Delle im Regal stehen.

  • Kein Geschenk: Trotz der Verleihung gehört der Oscar rechtlich gesehen immer noch der Academy.

Top 5 der unvergesslichsten Momente bei den Oscars

Jennifer Lawrence bei den Oscars 2013

Die damals 26-jährige Schauspielerin Jennifer Lawrence gewann einen Oscar als beste Hauptdarstellerin in dem Film „Silver Linings“. Als sie auf die Bühne gehen wollte, stolperte sie mit ihrer langen Robe über die Treppe – wie unangenehm! Doch charmant wie immer überspielte sie die Szenerie gekonnt. Gemeinerweise ließen die Journalisten im anschließenden Interview diesbezüglich nicht locker:

Der Oscar-Dieb

Alice Brady gewann 1938 einen Oscar als beste Nebendarstellerin. Sie konnte leider nicht persönlich vor Ort die (damals noch) Urkunde entgegen nehmen. Deshalb wunderte sich niemand, dass ein Mann im Publikum aufstand und den Preis stellvertretend entgegen nahm. Erst später stellte sich heraus, dass niemand diesen Mann eigentlich kannte und der Gewinn kam bei der Preisträgerin Brady niemals an.

Die erste weibliche beste Regisseurin

2010 erst wurde die erste weibliche Regisseurin als beste Regisseurin ausgezeichnet. Das sind gerade erst 10 Jahre! Kathryn Bigelow erhielt ihn für ihren Irak-Thriller „The Hurt Locker“. Vor ihr waren zudem erst drei andere weibliche Regisseurinnen nominiert:  2004 Sofia Coppola für „Lost In Translation“, 1994 Jane Campion für „The Piano“ und 1977 Lina Wertmüller für „Pasqualino Settebellezze“.

Ellen DeGeneres als Moderatorin

2014 führte die Talk-Show-Königin Ellen DeGeneres durch die Preisverleihung. Mit Witz, Charme und einzigartigen Einlagen begeisterte sie sowohl das Publikum vor Ort, als auch die Zuschauer vor den Fernsehern. Unvergessen bleibt beispielsweise eine riesige Pizza-Bestellung für einige der Promis oder das legendäre Selfie mit Brad Pitt, Jennifer Lawrence, Bradley Cooper, Meryl Streep und Co.

Fauxpas: Der falsche Gewinner

2017 missglückte die Übergabe für den „Besten Film“ leider aufgrund eines Missgeschicks der Laudatoren Warren Beatty und Faye Dunaway. Sie verkündeten, dass „La La Land“ gewonnen hatte, doch der eigentliche Gewinner lautete „Moonlight“. Der Fehler wurde erst bei den Dankesreden bemerkt. Ohje!