Hurra, der Bote ist da!

Packerlflut vor Weihnachten

Viel zu tun - die Paketboten vor Weihnachten © Unsplash

Es ist ja soo bequem und zuverlässig - die Geschenke im Online-Handel zu bestellen. Dass Jeff Bezos, Eigentümer von Amazon, seit den Lockdowns zum (mega)reichsten Menschen der Welt wurde - kann uns das egal sein?

Der Online-Handel erlebt einen enormen Boom, und das nicht erst, seit in den weltweiten Lockdowns die Shops schließen mussten. Seit Jahren wächst der Geschäftsanteil zu Ungunsten des stationären Handels, und jetzt vor Weihnachten meint man, auf den Straßen eigentlich nur noch Lieferautos von Paketdiensten zu sehen. Und da erhebt sich die Frage: Wie sieht eigentlich die Umweltbilanz des Online-Handels aus?

Die Packerl und das CO2

Die Umweltbilanz und der Vergleich zwischen selber shoppen und liefern lassen lässt sich nicht ganz leicht berechnen, weil viele Faktoren hineinspielen. Da ist etwa die Frage, mit welchem Verkehrsmittel du selbst zum Shoppen fahren würdest, wie lange du dafür brauchst, ob du alles auf einmal erledigst oder 10 Mal einzeln ausrückst. Und es ist sogar wichtig, wie energieaufwendig etwa deine Lieblingsshops beleuchtet und beheizt sind. 

Jeff Bezos

Der Gründer und CEO von Amazon ist mit einem Vermögen von 184 Milliarden US Dollar nicht nur der reichste Mann der Welt, sondern auch der reichste Mann der Menschheitsgeschichte.

Die meisten Studien gehen derzeit davon aus, dass der Online-Handel der Umwelt mehr schadet als der stationäre. Generell wird ja unterschätzt, wie viel C02 allein der Strom für den  Betrieb der Internet-Server erzeugt. Die riesigen Lieferflotten der Paketdienste erzeugen je nach Berechnungsart einen bis zu 240 Prozent höheren Ausstoß im Vergleich zum stationären Handel.

Katzen würden Packerl kaufen

Je schneller, desto schädlicher

Bei den Paketen verhält es sich wie die Relation von Auto zu Autobus: Je mehr mitfahren, um so weniger Umweltbelastung. Durch den Trend zu individuelleren Lieferungen in immer kürzeren Lieferzeiten und zu Wunsch-Uhrzeiten, also den Prime-Diensten, ist vermehrt ein Lieferwagen mit wenigen Paketen unterwegs. Eine großes Problem der Online-Bestellung liegt darin, dass mindestens ein Viertel der Kunden im ersten Zustellversuch gar nicht zu Hause sind und das Paket doch wieder mitfahren muss. Leere Kilometer also, die man selbst so nicht fahren würde. 

Der Retouren-Wahnsinn

Tja, und der wirklich dicke Hund in der Co2-Bilanz der Paketdienste sind wir selbst, denn mindestens jedes zweite Paket mit Bekleidung wird als Retoure an den Internet-Händler zurückgeschickt. Das heißt nicht nur, dass die Ware dann mehrmals transportiert wird, sie wird zumeist vom Online-Händler auch vernichtet.

Und wenn neuwertige Produkte in den Müll wandern, kann man sich leicht ausmalen, wie umweltfreundlich das ist. Also, in Summe kann man sagen: Für die Weihnachtsgeschenke 2020 in der Fußgängerzone oder im Shoppingcenter zu flanieren, ist mit größter Wahrscheinlichkeit umweltfreundlicher - und es hilft dem coronagebeutelten österreichischen Handel, statt Jeff Bezos noch reicher als superreich zu machen ...