Schwere Vorwürfe gegen Wiener Beauty-Klinik
Die beiden charismatischen Schwestern sind in der Wiener Society bestens bekannt und präsentierten ihre Beauty-Klinik mit dem ungewöhnlichen Namen gerne in der Öffentlichkeit. Was aber bislang kaum jemand wusste: Gegen ihren Schönheitssalon im ersten Wiener Gemeindebezirk stehen schwere Vorwürfe im Raum Es besteht der Verdacht des schweren gewerbsmäßigen Betruges, der Untreue und des Sozialversicherungsbetrugs sowie der Verdacht der Kurpfuscherei und der fahrlässigen Körperverletzung. Der kolportierte Schaden soll sich auf rund 800.000 Euro belaufen.
Am Dienstag durchsuchten Beamte des Landeskriminalamtes Wien die Räumlichkeiten der Beauty-Klinik in der Singerstraße und sicherten dabei Beweismaterial. Eine der beiden Schwestern wurde zudem festgenommen. Der Verdacht wiegt schwer: Über einen längeren Zeitraum hinweg sollen in dem Schönheitssalon die Kundinnen von unqualifiziertem Personal behandelt worden sein und dabei auch Substanzen mittels Injektionen verabreicht bekommen haben, die hierzulande gar keine Zulassung haben.
"Man hat mir Schweigegeld angeboten"
Die Polizei beziffert die Zahl der Geschädigten auf acht, doch die Dunkelziffer dürfte wesentlich höher liegen. Das geht schon aus den Google-Bewertungen der Klinik hervor, in der frühere Kunden vor Schlampereien warnen. Eine betroffene Wienerin, die ihren Namen nicht nennen möchte, hat jetzt gegenüber STYLE UP YOUR LIFE! ihren Leidensweg geschildert. "Die Klinik wirbt mit sehr günstigen Monatsaktionen", erinnert sich die junge Frau an ihren ersten Besuch dort im Dezember.
Sie wollte sich gerne Botox zur Faltenreduktion spritzen lassen, doch vor Ort wurde ihr erklärt, dass es sich dabei in Wahrheit um eine andere, aber ähnliche Substanz handeln soll. Eine detaillierte Aufklärung soll nicht erfolgt sein. "Kurz drauf fing mein Augenlid plötzlich an zu hängen", erinnert sie sich an die unerwünschte Nebenwirkung. "Ich hatte schon in der Klinik ein eigenartiges Gefühl. Das Personal wechselte oft, es wurde nichts richtig erklärt", so die geschockte Wienerin, die sich mittlerweile bei der Polizei als Geschädigte gemeldet hat.
Als sie mit der Inhaberin über ihre gesundheitlichen Probleme sprechen will, wird sie abgewimmelt: "Mir wurde gesagt, es seien keine Termine mehr frei." Doch die junge Frau gibt nicht auf. Schließlich willigte die Klinik ein, ihr die Kosten für die missglückte Behandlung rückzuerstatten - forderte aber im Gegenzug die Unterzeichnung einer Verschwiegenheitserklärung.
Da weitere Opfer vermutet werden, ersucht das Landeskriminalamt Wien, dass sich Betroffene bei der Polizei melden. Hinweise (auch anonym) werden unter der Telefonnummer 01-31310-33800 entgegengenommen.