REAKTOR Wien: Wo Geschichte auf Avantgarde trifft
Vom Tanzsaal zur Bühne der Gegenwart – der REAKTOR in Wien vereint 180 Jahre Geschichte mit ungezähmter kreativer Energie. Wer die eindrucksvollen Hallen betritt, erlebt nicht nur Architektur, sondern ein Statement: gegen das Vergessen, für die Kunst.
Wo Kunst Zeit atmet
Im 17. Bezirk, zwischen historischen Fassaden und urbanem Wandel, liegt der REAKTOR – ein unabhängiger Kunst- und Veranstaltungsort mit außergewöhnlicher Geschichte. Ursprünglich 1847 von Johann Gschwandner als Wiens erste überdachte Weinschenke gegründet, entwickelte sich das Gebäude über Jahrzehnte zu einem gesellschaftlichen Treffpunkt. Der Große Saal, erbaut 1877, war Schauplatz für Konzerte, Bälle und Tanzabende.
Nach Jahrzehnten des Stillstands übernahm Architekt Bernhard Kammel zwischen 2016 und 2018 die Sanierung – jedoch ohne das Gebäude zu glätten oder zu „restaurieren“. Stattdessen wurde bewusst konserviert: alte Putzschichten, beschädigte Wandflächen und Patina wurden erhalten, technische Modernisierungen unsichtbar integriert.
Drei Säle, drei Epochen – ein Konzept
Der REAKTOR gliedert sich in drei architektonisch unterschiedliche Hauptbereiche:
- Großer Saal (1877): Spätklassizistische Eleganz trifft auf dezente Altersspuren. Hier finden Performances, Konzerte und Talks statt – in einem Raum, der Geschichte spürbar lässt.
- REAKTOR Kino (1896): Einst ein Tanzsaal, heute ein voll ausgestattetes Kino mit versteckter Hochtechnologie – umgeben vom ursprünglichen historischen Flair.
- Bibliothek und Foyer (1911): Mit Fliesen, Treppen und Geländern aus der Gründerzeit – und einer Bibliothek, deren Interieur ursprünglich aus dem Palais Liechtenstein stammt.
Darüber hinaus bietet der Kellerbereich Platz für die komplette technische Infrastruktur, ohne die Wirkung der Obergeschosse zu stören.
Heute ist der REAKTOR ein freier Raum für Kunst, Wissenschaft, Musik und Literatur. Er bietet Künstlerinnen und Künstlern die Möglichkeit, interdisziplinär, genreübergreifend und ohne Zensur zu arbeiten. Genutzt werden die Räume sowohl für eigene kuratierte Projekte als auch für externe Veranstaltungen – jedoch nur, wenn diese mit dem künstlerischen Anspruch des Hauses im Einklang stehen.