Erschütterndes Geständnis

Roman Gregory: „Ich hatte Todesangst“

© Quelle: Roman Gregory privat / Instagram

Man kennt ihn als lauten Frontmann von Alkbottle. Jetzt zeigt Roman Gregory eine Seite, die viele von ihm noch nicht gesehen haben: Bei „Pro und Contra“ spricht der Sänger und Moderator über seine eigenen Erfahrungen mit sexueller Gewalt.

Es ist ein persönlicher Moment in einem ernsten Gespräch. Gregory macht in der Sendung "Pro & Contra" auf PULS4 ein Thema öffentlich, über das viele Betroffene lange schweigen.

Eigentlich war es ein unbeschwerter Tag am Wasser. Gregory verbrachte mit seinen Eltern den Urlaub in Tunesien, spielte mit seinem Vater Ball. Ein österreichischer Koch, der dort arbeitete, machte bei dem Spiel mit. Als Gregorys Vater das Wasser verließ, blieb der Mann bei dem damals Zwölfjährigen und spielte weiter mit ihm.

Dann habe sich die Situation verändert. Es sei zu körperlichem Kontakt gekommen, erzählt Gregory im Interview. Der Mann habe ihn mit einer Hand unter Wasser gedrückt und ihn mit der anderen körperlich misshandelt. Und das nicht nur einmal: Gregory schildert, dass der Mann seinen Kopf wiederholt untergetaucht und den Übergriff fortgesetzt habe.

Zu dem Missbrauch kam für den Buben die Angst, nicht mehr auftauchen zu können. „Ich war mir nicht sicher, ob der mich wieder Luft holen lässt“, sagt Gregory. Er spricht von Todesangst.

Wie verarbeitet ein Kind ein solches Erlebnis? Gregory sagt, er wisse nicht, wie andere damit umgehen. Seine eigene Reaktion sei gewesen, das Geschehene vollständig zu verdrängen. Er habe niemandem davon erzählt und sich nichts anmerken lassen. „Ich hab’s komplett verdrängt“, sagt der Musiker. So blieb das Erlebnis nach seinen Worten jahrzehntelang unausgesprochen.

Jetzt erzählt Roman Gregory im Fernsehen selbst, was damals im Urlaub geschehen sein soll. Hinter dem Mann, den viele als schlagfertigen Sänger kennen, steht damit auch die Geschichte eines Zwölfjährigen, der nach einem Ballspiel im Wasser mit seiner Angst allein blieb. 

Heute setzt Roman Gregory seine Bekanntheit auch gegen Gewalt an Frauen ein: Er rief den „Band Fußball Cup“ ins Leben, dessen Erlös unter anderem den Wiener Frauenhäusern und White Ribbon Österreich zugutekommt. Mit seinem persönlichen Bericht gibt er nun auch Menschen eine Stimme, die ihre eigenen Erfahrungen mit Gewalt lange für sich behalten haben.

Mehr zum Thema
Themen Promi-News

Watch next