Krankheitsschleuder statt Ruheoase
Schwimmbäder sind ein Ort der Erholung - insbesondere im Hochsommer. Doch was wenn man nach einem langen Badetag nicht entspannt, sondern krank nachhause kommt? Das passiert öfter als gedacht, denn die Infektionsgefahr in Schwimmbädern ist trotz Chemikalien wie Chlor und Ozon - diese sind dafür verantwortlich die Keimbelastung im Wasser unter Kontrolle zu halten - groß.
Denn die Besucher hinterlassen Einiges im Wasser: von Hautpartikeln, Haaren, Schweiß, Kosmetika, Sonnencremes bis hin zu Fäkalien. Dies führt dazu, dass sich Viren, Pilzsporen, Parasiten und Bakterien tagtäglich im Wasser sammeln. Diese ungewollten Badegäste können sehr gefährlich werden, denn sie lösen bei uns Menschen diverse Infektionen aus.
Schlussendlich ist das Freibadbecken einfach eine riesige Badewanne, in der mehrere hundert Menschen tagtäglich baden. Zuhause würde es uns nicht im Traum einfallen, unser Badewasser mit all diesen Personen zu teilen. Was auch gut so ist, denn Krankheitserreger fühlen sich in einer warmen, feuchten Umgebung am wohlsten. Deshalb ist seichtes Wasser in Schwimmbädern besonders gefährlich. Es reicht, wenn eine kleine Menge des Wassers in den Mund, das Auge oder den Intimbereich kommt.
Die Tatsache, dass das Badewasser sozusagen ein Cocktail von Krankheiterregern ist, macht einen erholsamen Tag zu einer Runde russischem Roullete.
Russisches Roulette der Krankheiten
Die Infektionen, die das Badewasser auslösen kann, sind sehr unterschiedlich. Eine der häufigsten Beschwerden ist die Bindehautentzündung - auch Schwimmbad-Konjunktivitis genannt. Rote, entzündete Augen können durch das Chlor im Wasser auftreten, dieses greift den Schutzfilm der Augen an und so können Keime problemlos eindringen. Manchmal können auch Chlamydien der Grund für entzündete Augen sein, doch die Variante, welche die bekannte Geschlechtskrankheit auslöst, kann lediglich durch Sex übertragen werden.
In kleinen Becken sollte man sich vor allem vor der sogenannten Whirlpool-Dermatitis hüten. Etwa ein bis vier Tage nach dem Besuch im Freibad tritt ein juckender Ausschlag auf, oft begleitet von erhöhter Temperatur und geschwollenen Lymphknoten.
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Ekel-Keime wie Coli-Bakterien (Darmkeime) und Kryptosporidien (Parasiten, ebenfalls aus dem Darm) fühlen sich besonders wohl in Schwimmbädern, die zweiteren sind sogar immun gegen Chlor, was sie besonders gefährlich macht. Trotz guter Stuhlhygiene können Mikropartikel von Fäkalien am Körper bleiben und so ins Wasser gelangen: Erwachsene verlieren pro Tag im Durchschnitt 0,14 Gramm Fäkalien und Kinder bis zu 100 mal so viel – dabei reicht schon ein Fragment davon um uns krank zu machen. Bei einer Infektion treten innerhalb von wenigen Stunden Durchfall und Erbrechen auf. Dieser Zustand hält meistens nur zwei Tage an.
Bei Frauen kann ein Tag im Schwimmbad vor allem zu Scheidenpilz und Blasenentzündungen führen. Die Chemikalien im Wasser können die Scheidenflora angreifen und so ein Ungleichgewicht herbeiführen. Die Folge ist eine größere Anfälligkeit für (Scheiden-)Pilze und Keime. Die gleichen Coli-Keime, welche Durchfall und erbrechen auslösen, können bei weiblichen Badegästen eine Blasenentzündung provozieren.
Tipps um unbeschwert das Schwimmbad genießen
Es gibt vor allem drei Regeln, die dir dabei helfen können dich selbst, aber auch andere Badegäste zu schützen:
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Vor und nach dem Schwimmen immer gründlich abduschen
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Bei ansteckenden Krankheiten Schwimmbäder meiden - auch wenn es "nur" ein Fußpilz" ist
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Auf gar keinen Fall das Wasser im Becken schlucken