Internationaler Vergleich

Wo ist Online-Dating besonders beliebt?

Mit dem Smartphone lernen wir zu jeder Zeit und an jedem Ort neue Menschen kennen. © Unsplash.com

Wer sich heute noch auf die Offline-Suche nach Freunden oder einem Partner begibt, gilt in den Augen vieler Menschen als absolut altmodisch. Im Zuge der Digitalisierung, die unser Leben sowohl im privaten als auch beruflichen Bereich prägt, zog auch das Online-Dating bei uns ein. Im Jahr 2019 nutzte bereits ein geschätzter Anteil von 6,8 Prozent der österreichischen Bevölkerung die moderne Variante der Partnersuche. Im Vergleich zu anderen Ländern ist diese Zahl niedrig, jedoch steigt sie stetig an.

Verbreitung von Online-Dating

Wir erledigen immer mehr Dinge über das Internet, wobei die Zeitersparnis ein großer Vorteil ist. Gerade in unserem stressigen Alltag finden wir oft keine Zeit für Einkäufe, Bankgeschäfte und Co. Warum sollten wir uns auch auf dem Weg zum Supermarkt, dem Geldinstitut etc. machen, wenn sich doch alles bequem von zu Hause aus erledigen lässt?

Ein gutes Beispiel für den Wandel der Zeit durch die umfangreiche Vernetzung sind Glücksspiele und Sportwetten. Es gibt immer mehr Menschen, welche die Spannung von der Couch aus am Computer genießen. Die Anbieter vermehren sich rasant, seriöse Unternehmen wie Betway Online Casino sind mittlerweile fest in der digitalen Welt etabliert. Gleiches gilt für Dating-Apps, deren User-Zahl stetig ansteigt.

International sah es im Bereich des Online-Datings im Jahr 2019 laut Schätzungen wie folgt aus:

  • USA – 15,4 Prozent
  • China – 12,0 Prozent
  • UK – 11,8 Prozent
  • Deutschland – 10,5 Prozent
  • Frankreich – 8,9 Prozent
  • Spanien – 8,7 Prozent
  • Schweiz – 8,6 Prozent
  • Italien – 6,9 Prozent
  • Japan – 3,9 Prozent

Kurzer Blick in die Vergangenheit

Beim Online-Dating handelt es sich um eine zeitgemäße Entwicklung, das dahinterstehende Konzept gibt es jedoch schon seit langer Zeit. So sind Aufzeichnungen von Kontaktanzeigen aus dem Jahr 1695 vorhanden, die in Zeitschriften veröffentlicht wurden. Zu den Ersten unter ihnen zählt ein Inserat aus dem Vereinigten Königreich mit folgendem Wortlaut: „30-jähriger Mann mit einem sehr großen Anwesen, der eine nette junge Damen sucht, die über ein Vermögen von 3.000 Pfund oder so ungefähr verfügt“. Ob er die Gesuchte auf diesem Weg gefunden hat, ist leider nicht bekannt.

Der erste Partnervermittlungsdienst der USA bekam den Namen „Operation Match“. Gegründet wurde er von Harvard-Studenten im Jahr 1965, die dazu einen IBM 1401-Computer benutzten. Damit war der Weg für das Flirten über Kontinente hinweg geebnet.

Es dauerte nicht lange nach der Computer-Erfindung, da erschienen schon die ersten Partnervermittlungsdienste. © Pixabay

Die schnelle Verbreitung von Social Media und Dating-Apps

Mittlerweile gibt es ein grenzenloses Angebot an sozialen Medien sowie Dating-Plattformen, darunter:

  • 2003: MySpace

  • 2004: Facebook

  • 2006: PlentyOfFish, OKCupid, Badoo

  • 2012: Tinder, Hinge

Beispielsweise Tinder verzeichnete 2018 etwa 50 Millionen Nutzer aus 190 Ländern. Insgesamt gab es dort im Laufe der Zeit 20 Milliarden Übereinstimmungen. Bei Badoo geht es noch aktiver zu: 500 Millionen User (laut eigener Website) aus aller Welt greifen momentan auf das Dating-Portal zurück. Damit gehört es zu den am stärksten frequentierten Singlebörsen.

Der Markt an Dating-Portalen wächst ständig, kommerzielle Anbieter verzeichnen Millioneneinnahmen. Laut einer Umfrage haben fünf Prozent der US-Bürger, die sich in einer festen Partnerschaft befinden, ihren Lebenspartner entweder über Social Networks oder Dating-Apps kennengelernt. Weltweit sollen insgesamt 91 Millionen Menschen aktiv beim Online-Daten sein.

Beliebteste Dating-Apps

Schauen wir uns die höchsten Platzierungen im jeweiligen iOS-App-Store des jeweiligen Landes an, finden wir folgende Zahlen:

  • Tinder: 86 Prozent
  • Badoo: 7 Prozent
  • Bumble: 2 Prozent
  • Andere: 5 Prozent

Damit war Tinder in 165 untersuchten Ländern die am höchsten bewertete Dating-App im betreffenden Store.

Beeindruckend sind die ungefähr 26 Millionen Übereinstimmungen täglich. Mag die Sprache der Liebe auch universell sein, vorteilhaft bei Tinder ist, dass die App in 190 Ländern und über 40 Sprachen verfügbar ist.

Mit 7 Prozent nahm Badoo den zweiten Rang auf der Beliebtheitsskala ein. Zwar ist die Plattform im Hinblick auf die tatsächlichen User die beliebteste Dating-App weltweit, jedoch gibt es offensichtlich nur wenige Personen, die sie momentan herunterladen.

Bumble aus den USA nimmt – gemessen am App-Store-Ranking – Platz Nummer 3 ein. Sie weist zwar Besucher von etwa 42 Millionen auf, allerdings befand die App sich nur in zwei Prozent der Länder auf dem ersten Rang.

Was spricht gegen eine Partnersuche gemütlich vom Bett aus? © Pixabay.com

Nutzungshäufigkeit von Dating-Apps außerhalb Europas

Singles, die auf der Suche nach Kontakten sind, können in Asien kaum mit Erfolg rechnen. Von 41 betrachteten Ländern hatten nur neun eine Dating-App, die sich unter den Top 100 des jeweiligen iOS-App-Store-Rankings befand. Darunter gab es lediglich drei Länder (Armenien, Myanmar sowie Brunei) die über Platz 90 lagen.

In Südamerika sieht es hingegen völlig anders aus: Zwölf Länder wurden untersucht, das Ranking der Dating-Apps lag mit 68,5 Prozent im Durchschnitt höher als bei jedem anderen Kontinent. Bei zehn von ihnen fand sich eine Dating-App in den Top 100 ihrer App-Stores – Tinder führte die Charts jeweils ausnahmslos an.

Die Dating-App Tinder ist in vielen weiteren Ländern beliebt: Zum Beispiel in Bolivien nimmt sie den neunundvierzigsten Rang ein. Unter den Top 65 rangiert die App in Argentinien, Kolumbien, Paraguay, Peru, Urugay sowie Venezuela.

Nutzungshäufigkeit von Dating-Apps innerhalb Europas

Große Unterschiede gab es in Europa, was sich vermutlich auf die deutlichen kulturellen Differenzen von West und Ost begründet. Im Ganzen betrachtet wurde dort der niedrigste Wert weltweit festgestellt: Das Ranking lag durchschnittlich bei 88,9 Prozent im Bereich der beliebtesten Dating-App im iOS-App-Store. Allerdings hat fast jedes Land mindestens eine unter den Top 100.

Mit den größten Erfolgen in Europa warten Singles in Deutschland auf. Hier belegt Tinder Platz 55 im App-Store. Wer auf der Suche nach einer neuen Liebe ist, sollte einen Bogen um Nord- und Osteuropa machen. Beispielsweise in Norwegen, Russland, Schweden und der Türkei gibt es kaum eine Dating-App, die sich unter den Top 100 befindet.