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Frauenpower

Ist Feminismus in Kinderfilmen angekommen?

Gleichberechtigung der Geschlechter ist zwar leider noch lange nicht erreicht, allerdings vermehrt zum Thema geworden - auch in der Unterhaltungsindustrie. Vorne mit dabei: Disney. Disney-Prinzessinnen werden Heldinnen, stehen für sich ein und bedienen die Klischees der Rollenbilder nur noch bedingt. Das aktuellste Beispiel ist die Neuverfilmung von Mulan.

Die Disney-Prinzessinnen Schneewittchen, Cinderella und Co. erzählen uns seit jeher wundervoll romantische Geschichten. Doch bezüglich der Gleichstellung der Geschlechter versagen diese Klassiker kläglich. Seit wann brauchen Frauen denn einen Mann um sie zu retten? Und gibt es wirklich nur ein Happy End, wenn man heiratet und Kinder bekommt?

Natürlich sind diese Filme von Disney entstanden, als das Rollenbild der Frauen ein ganz anderes war. Denn mittlerweile überdenkt auch Disney seine Handlungen und stellt mit Charakteren wie Elsa in Die Eiskönigin, Jasmin in Aladdin oder Esmeralda in Der Glöckner von Notre Dame mehr und mehr Powerfrauen in den Mittelpunkt - wurde ja auch Zeit, oder? Wir stellen hier ein paar inspirierende Beispiele vor, die aufzeigen, dass Frauen alles sein können was sie wollen. Die aktuellsten Beispiele erscheinen übrigens noch in diesem Jahr: die Live-Action-Neuverfilmung von Mulan und der Filmhit von Marvel Black Widow.

Jetzt neu auf Disney+: Mulan

Mulan ist ab August 2020 auf Disney+ verfügbar. © Disney

Disney wagte sich 2020 wieder einmal an eine Neuverfilmung eines Klassikers. Mulan ist seit 1998 als perfektes Beispiel einer Powerfrau, die den Männern und dem Patriarchat zeigt wo es lang geht. Denn als Chinas Kaiser ein Dekret erlässt, dass aus jeder Familie je ein Mann in die kaiserliche Armee eingezogen wird, beschließt Mulan, anstelle ihres kranken Vaters dem Einberufungsbefehl Folge zu leisten. Sie verkleidet sich als Mann - denn Frauen wären selbstverständlich nicht erlaubt gewesen - und muss sich den strengsten Prüfungen unterziehen. Während zahlreicher Abenteuer, lernt sie auf ihre innere Stärke zu vertrauen und entdeckt dabei ihr wahres Potenzial.

Die Neuverfilmung wirk insgesamt jedoch erwachsener und ernster, der Drache Mushu und die Glücksgrille fehlen. Außerdem vermissen Fans die damaligen Lieblingslieder des Klassikers.

Für die Live-Action-Verfilmung hat sich Disney mit Regisseurin Niki Caro eine Meisterin für Heldinnen an der Leinwand geholt. Ihr Filmdrama um ein junges Maori-Mädchen in Whale Rider (2003) wurde von Kritikern hochgelobt und gewann einige Independent Filmpreise. Doch auch der Cast kann sich sehen lassen: Yifei Liu, bekannt aus Forbidden Kingdoms und Once Upon A Time, verkörpert die Titelheldin Mulan. Martial Arts- Legende Donnie Yen, Jason Scott Lee, Yoson An, die Leinwand-Legende Gong Li und Kampfsportlegende Jet Li sind ebenfalls mit dabei.

Keine Kinovorstellung für den Filmhit

Trotz einer vielversprechenden Filmcrew und der immer noch zeitgemäßen Thematik, wird es Mulan nicht in den Kinos spielen. Disney hat die Corona-Krise ebenfalls hart getroffen. Da man die Neuverfilmung nur auf Disney+ sehen kann, wird eine höhere Nutzerzahl beim Streamingdienst erwartet.

Schade, denn die detaillierten Kameraeinstellungen und großartigen Kampfszenen verlieren am kleinen Bildschirm etwas ihren Wert.

Vorfreude auf Black Widow

Scarlett Johansson begeistert ab Oktober in Black Widow die Marvel-Fans. © Disney

Nachdem sie bereits sieben Mal an der Seite der Avengers gekämpft hat, stellt sich die russische Spionin Black Widow ab Oktober 2020 nun ohne den anderen Superhelden ihrer dunklen Vergangenheit. Im knallharten Spionage-Thriller kämpft Marvels weibliche Kultfigur Seite an Seite mit ihrer Familie Yelena Belova, Melina Vostokoff und Thaddeus „Thunderbolt“ Ross. Außerdem gibt es natürlich ein Wiedersehen mit dem sowjetischen Agenten Red Guardian - Nervenkitzel vorprogrammiert.

Regisseurin Cate Shortland ( bekannt von Berlin Syndrom, Love) feiert mit Black Widow ihr Marvel-Debüt, das mit Spannung erwartet wird. Mit der Oscar-nominierten Scarlett Johansson als Black Widow kann man allerdings nicht viel falsch machen. Außerdem mit dabei: Florence Pugh (Little Women, Midsommar), Rachel Weisz (The Favorite), David Harbour (Stranger Things) und William Hurt (Avengers: Endgame).

Pocahontas, 1995

Pocahontas Die Tochter amerikanischer Ureinwohner, die Bekanntschaft mit englischen Einwanderern auf der Suche nach Gold macht, tritt schnell als Sprachrohr und diplomatische Vermittlerin zwischen Alter und Neuer Welt auf. Sie soll zunächst nach dem Wunsch ihres Vaters einen Stammeskrieger heiraten, was sie ablehnt. Insgeheim weiß sie, dass ihr ein anderer Weg bestimmt ist. Nicht nur für sich selbst, sondern auch für Land und Natur steht Pocahontas ein und kämpft bis ans bittere Ende.

Merida, 2012

Erst 2012 brachte Disney zusammen mit Pixar den ersten Film mit einer weiblichen Hauptrolle heraus. Der Film handelt von Merida, einer Königstochter die wenig von damenhaften Manieren hält und ständig bei ihrer Familie aneckt. Als sie sich gegen ihre Zwangsverheiratung mit einem jungen Mann aus einem verbündeten Clan wehrt, wird sie zur ultimativen Bekämpferin des veralteten Frauenbildes und steht für ihre Meinung ein. So geht eine feministische Botschaft!

 

Die Eiskönigin, 2013

Vermutlich gibt es seit 2013 niemanden der an Elsa, Anna und Co. von Die Eiskönigin - Völlig Unverfroren vorbei gekommen ist. Die Prinzessinen Elsa und Anna sind unzertrennlich, bis sich Elsa auf einem Berg weit weg von ihrer Schwester und dem Königreich verschanzt, um niemanden mit ihren magischen Kräften zu verletzen. Dabei wird sie nicht von einem tapferen Ritter gerettet, sondern von ihrer Schwester. Der zweite Teil Die Eiskönigin 2 (2019) knüpft am Handlungsstrang an und lässt die zwei Powerfrauen ihre Welt retten. Die Botschaft in Die Eiskönigin ist also nicht die Partnerfindung und Eheschließung, sondern die allgemeinen Werte der Nächstenliebe und Geschwisterlichkeit.

Die Eiskönigin Elsa sang sich vor allem mit Let It Go und Into The Unknown in die Herzen der Zuschauer. Auf Twitter sind Fans bereits sicher, dass Elsa Queer ist und die Songs wurden zu Hymnen der LGBTQ-Community. Ob Disney je die Sexualität der Eiskönigin thematisieren wird oder ihr vielleicht sogar eine Partnerin an die Seite stellt, bleibt abzuwarten.

Vaiana, 2016

Die große Abenteurerin Vaiana wagt sich alleine auf die stürmische See, um ihr Dorf vor dem Verderben zu bewahren. Dabei kommt sue ganz ohne Prinz oder Love Story aus. Was für eine erfrischende Botschaft an unsere Kleinen, oder? Während ihrer abenteuerliche Reise trifft sie auf den Halbgott Maui. Der starke Krieger ist aber nicht ein notwendiger Beschützer der Häuptlingstochter, sondern vielmehr lernen die beiden die Wichtigkeit von Freundschaft und Vertrauen.

Die Unglaublichen 2, 2018

14 Jahre nach dem ersten Teil dreht sich die Geschichte nun um Mutter und Ehefrau Helen Parr, als Superheldin bekannt als Elastigirl. Sie versucht Superhelden und -heldinnen nach den Ereignissen im ersten Teil wieder zu legalisieren. Dabei wird sie zur Working Mom und Mr. Incredible muss sich Zuhause um die Kinder kümmern – und scheitert kläglich. Elastigirl bekommt schließlich doch alles unter einen Hut, dank dem starken Zusammenhalt der Familie. Emanzipatorisch gesehen vielleicht eine fragwürdiger Botschaft im Handlungsstrang, dennoch ein Schritt in die richtige Richtung.

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