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Plastiksackerl, Adieu!

© Gettyimages.com

Seit Jänner 2020 sind Plastiksackerl in Österreich verboten. Sind Papiersackerl oder Bioplastik die umweltfreundliche Alternative - oder nur ein Ökoschwindel?

Müll und Plastiktragetaschen

Weltweit landen 8 Millionen Tonnen Plastik jährlich im Ozean, die Bilder von plastikverseuchten Stränden und Meerestieren mit Plastik im Magen haben uns alle in der letzten Zeit  verstört. Doch haben wir in Österreich damit eigentlich was zu tun? – Nun, pro Tag werden etwa allein über die Donau mehr als 100 kg Plastikmüll Richtung Meer abtransportiert   - sind also 36,5 Tonnen im Jahr. So ist nun auch die österreichische Bundesregierung tätig geworden, im Jänner 2020 trat ein Plastiksackerl- Verbot in Kraft.  Diese Maßnahme wird 5.000 bis 7.000 Tonnen Müll aus Plastiksackerl jährlich vermeiden.

Papier, die umweltfreundliche Alternative?

Viele denken nun, die ersatzhalber an den Supermarkt- Kassen erhältlichen Papiersackerl wären die umweltfreundliche Alternative. Nun ja, es stimmt, Papier verrottet in der Natur und ist somit biologisch abbaubar. ABER: die Ökobilanz von Papiersackerln ist in Summe viel schlechter als die von Plastiksackerln. Für Papier werden Bäume gefällt, die Herstellung der Faser verbraucht und verschmutzt Wasser, sie ist sehr energieaufwendig, sprich CO2-erzeugend, und wiederverwendbar sind Tragetaschen aus Papier durch ihre geringe Haltbarkeit auch kaum.  Dazu kommt: Selbst wenn Papiertüten oft nach Recycling aussehen – sie bestehen  häufig gar nicht aus Altpapier, sondern nur aus braun eingefärbter Frischfaser. Greenwashing durch Braunfärben also.

Baumwollbeutel statt Plastiksackerl?

Tja, wenn man aus schlechtem Gewissen heraus einen Baumwollbeutel kauft, weil er ja so hübsch öko ausschaut,  sieht die Energiebilanz leider noch schlechter aus. Baumwolle verbraucht im Anbau sehr viele Ressourcen (wie etwa Wasser, Dünger etc.), die Produktion ist schadstoffbelastet, und es braucht erst wieder fossile Energie, heißt, CO2-Ausstoß,  bis aus der Roh-Baumwolle ein Beutel geworden ist. Außerdem, Hand aufs Herz: Wer hat zuhause nicht  schon eine Sammlung an Stoffbeuteln, die er einmal und nie wieder verwendet hat?

Biokunststoffe - wirklich bio?

Eine weitere Augenauswischerei sind im Grunde "biologisch abbaubare" und "biobasierte" Kunststoffe. Biologisch abbaubare Kunststoffe können zu 100 Prozent aus Erdöl oder Erdgas sein – und man kann sie auch nicht auf den hauseigenen Komposthaufen werfen. Sogar als „Biomüll“ brauchen sie in den gängigen Kompostieranlagen mit etwa drei Monaten Verrottungszeit  zu lange für den üblichen Kompostiervorgang. Biobasierte Kunststoffe wiederum, die etwa aus Maisstärke oder Zuckerrohr gemacht werden, verbrauchen in der Produktion Ackerland, Pestizide, Düngemittel und durch Landmaschinen und Transportwege  auch wieder Erdöl.

Was also tun? Back to the roots

Sorry to say, aber der einzig wirklich umweltfreundliche Weg heißt:  Einwegsackerl adé.  Und stattdessen ganz einfach  dorthin zurückkehren, wo unsere Mütter und Omas schon waren. Sprich, unterwegs immer  etwas dabei haben wie Einkaufsnetz, Rucksack, wiederverwertbare Plastiktragetasche, Einkaufstrolley oder Einkaufskörberl. Denn die beste Tragetasche ist jene, die man monate- und jahrelang verwendet.

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