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Sport & Lebensphilosophie

Wie Yoga dich gesund macht

Ein beweglicher Körper und ein ruhiger Geist – es ist kein Zufall, dass so viele Stars und Promis nach Yoga verrückt sind. Was du über die einzigartige Kombination aus Spiritualität und Trainingsprogramm wissen musst und welche Yoga-Art zu dir passt, erfährst du hier.

Madonna ist angeblich süchtig danach, Meghan Markle macht es seit ihrem siebten Lebensjahr und auch Charlize Theron sieht man regelmäßig mit Yogamatte unter dem Arm. Nicht nur diese drei, sondern noch jede Menge anderer Stars und Promis praktizieren Yoga, und das ist kein Zufall oder reine Modeerscheinung.

Denn für das oft stressige Leben als Celebrity und den hohen Anspruch an ihre Figur ist die Wirkung von Yoga optimal. Wie Yoga auf Geist und Körper wirkt, ist wissenschaftlich bestens untersucht.

Wissenschaft bestätigt: Yoga macht schlau

Wer regelmäßig Ausdauersport betreibt, weiß, dass dieser nicht nur die Muskeln stählt, sondern auch stressresistenter und geistig ausgeglichener macht. Neurologen wissen bereits seit längerem, dass Ausdauersport auch das Gehirn stärkt und die Bildung neuer Neuronen fördert.
Eine neue Metastudie diverser Universitäten fand 2019 heraus, dass Yoga einen sehr ähnlichen Effekt hat.

Bei regelmäßiger Yogapraxis nahm das Volumen der Amygdala, des präfrontalen Kortexes und des Hippocampus zu. Sie alle sind Teil des limbischen Systems, das für die Regelung emotionaler Äußerungen wie Wut, Angst, Freude oder Lust zuständig ist. Zudem ist eine Besserung bei der Planung und Entscheidungsfindung, der Multitasking-Fähigkeiten und des Erinnerungsvermögens bei den ProbandInnen aufgetreten. Yoga ist also eine Sportart, die Schlaumeier macht.

Was ist Yoga eigentlich?

Gut fürs eigene Wohlbefinden und ein intensives Trainingsprogramm: Yoga hat sich fernab von Spiritualität zur Kultsportart entwickelt. Man beschreitet damit einen Weg zur Selbstfindung und stählt so ganz nebenbei seine Muskeln. Yoga ist allerdings nicht nur eine reine Sportart, sondern eine Lebensphilosophie.

Yoga beschreibt den Zustand eines klaren Geistes und starken Körpers, wodurch ein bewussteres und gesundes Leben ermöglicht wird. Es ist ein Sport, eine Lebenseinstellung, eine Auszeit.

Wann entstand Yoga?

Das Wort ‚Yoga‘ kommt aus der altindischen Sprache Sanskrit, das deutsche Wort „Joch“ lässt sich damit in Zusammenhang bringen. Es bedeutet übersetzt in etwa Verbinden, Vereinigen und meint hier die Vereinigung des Körpers mit dem Geist. Die ersten Schriften über Yoga werden zwischen 800 v.Chr. und 200 n.Chr. datiert.

Positive Effekte von Yoga auf die eigene Gesundheit

Die Praxis wirkt auf Körper und Geist entspannend und gleichzeitig belebend. Die Muskeln des gesamten Körpers werden gestärkt und mobilisiert. Yoga erhöht die Konzentrationsfähigkeit und fördert die Durchblutung.

Das klassische Yoga (= Hatha Yoga), das wir im Westen am ehesten kennen, besteht aus vier Kernelementen:

  • Körperübungen (Asanas)

  • Atemübungen (Pranayamas)

  • Innere Reflexion und Konzentration (Meditation)

  • Entspannung

Ein wichtiger Faktor in der Yoga-Praxis sind die Asanas. Davon gibt es folgende Arten:

Aufrichtende und Rückwärtsbeugende Asanas (z.B. Variationen des Kriegers, oder die Brücke)

Vorwärtsbeugende Asanas (z.B. der herabschauende Hund)

Drehhaltungs-Asanas (z.B. der halbe Drehsitz)

Gleichgewichts-Asanas (z.B. der Tänzer)

Stand-Asanas (z.B. der Baum)

Sitzhaltungen (z.B. Meditationshaltung/ Lotussitz)

Erst der Ablauf und sogenannte Flow der verschiedenen Asanas verspricht Erfolg für den gesamten Körper. Statische Ausführungen der Asanas bringen nämlich gar nichts. Man kann aus der großen Vielfalt der Asanas schöpfen und sich die individuell richtige Kombination in einer Art Choreographie zusammenstellen.

Gesund werden mit Yoga

Neben den allgemeinen Benefits für die Gesundheit kann man auch eine schulmedizinische Behandlung gezielt mit Yoga Einheiten unterstützen. Dafür sollte aber auf jeden Fall ein Yogalehrer und/oder Arzt aufgesucht werden, um die Übungen abzusprechen. Neben klassischen Beschwerden wie Rücken- oder Nackenschmerzen können auch tieferliegende Krankheiten behandelt werden.

Beispielsweise ist Yoga empfehlenswert für Asthmapatienten, da die ruhigen Atemübungen die Brustwirbelsäule und den Brustkorb wieder mobilisieren. Des weiteren kurbelt eine regelmäßige Yoga-Praxis (die schweißtreibenden Varianten wie Hatha, Ashtanga oder Vinyasa Flow) das Herz-Kreislauf-System und den Stoffwechsel an, was zu einer kontrollierten Gewichtsabnahme führen kann. Bei Kopfschmerzen und Migränepatienten wurde ebenfalls eine Besserung beobachtet  – vermutlich wirken sich die entspannenden Elemente wie Meditation und Atmung positiv aus.

Krank werden mit Yoga

Führt man die Yogaübungen falsch aus oder zwingt den Körper zu Übungen, die er eigentlich nicht schafft, kann es wie bei jedem Sport zu Verletzungen und Überdehnungen kommen. Dabei sind im schlimmsten Fall sogar Rippenbrüche, eingeklemmte Nerven, ein Kreislaufkollaps oder ein Bandscheibenvorfall möglich. Besondere Vorsicht gilt bei Vorerkrankungen. Deshalb ist es wichtig, Yoga vorerst nur bei zertifizierten Lehrenden zu praktizieren, die auf individuelle Bedürfnisse eingehen können. 

Yogatherapie – Wohlbefinden für Körper und Geist

Bei konkreten Beschwerden kann Yogatherapie helfen. Mit gezielten Übungen sollen die Beschwerden geheilt werden. Dabei wird mithilfe verschiedener Ansätze die Selbstheilungskraft aktiviert.
Die Therapie besteht aus folgenden Eckpfeilern bei der Bekämpfung der Beschwerden:

Spirituelle Ebene Lektionen, Lebensthemen, Karma, Glücks-/Unglücksfälle

Geistige Ebene Gedankenkraft, Konzentrationsvermögen, Denk-/Verhaltensmuster, Wissen, Kreativität, Intuition

Emotionale Ebene Lebensfreude, Freundlichkeit, Fröhlichkeit, Gelassenheit, Zorn, Wut, Angst

Energetische Ebene Energiehaushalt, Power, Durchsetzungsvermögen, Ausdauer, Regenrationskraft

Physische Ebene Bewegungsapparat, Organe, Stoffwechsel, Hormone, Nervensystem, Herz-Kreislaufsystem, Immunkraft, Atemapparat

Yogatherapie kann natürlich mit der klassischen Schulmedizin oder Naturheilverfahren kombiniert und als Ergänzung eingesetzt werden. Die Behandlungen sind für Menschen jeden Alters und für Yoga Anfänger wie erfahrene Yogis gleichermaßen geeignet.

Welcher Yoga-Stil ist denn der richtige für mich?

Es gibt eine Vielzahl an Yoga Arten. Welche Art davon die richtige für einen selbst ist, hängt zum einen davon ab, was man erreichen möchte. Zum anderen lohnt es sich, mehrere Yoga Arten auszuprobieren, weil vielleicht eine davon auf überraschende Weise deinen Lebensstil ergänzt.

Beispielsweise ist nicht gesagt, dass jemand mit einem lebhaften Temperament auch automatisch eine dynamische und anstrengende Yoga Praxis ausüben sollte. Um wirklich herauszufinden, welche Methode für die individuellen Bedürfnisse geeignet ist, sollte man die ausgewählte Yoga Art mehrmals praktizieren – selbst wenn man unmotiviert und müde ist. Denn Yoga sollte in allen Lebenslagen positiv aufs Gemüt wirken.

1. Hatha Yoga

Der Klassiker unter den Yoga-Arten, den man auch in den meisten Studios in Österreich findet. Es ist eine Form des Yoga, bei der eine Einheit zwischen Körper und Geist angestrebt wird. Durch körperliche Übungen, sogenannte Asanas, durch Atemübungen (Pranayamas) und durch Meditation zu Beginn und am Ende der Yoga-Praxis wird man kräftiger und dehnbarer.

Während einer Einheit baut man Stress ab und tankt Energie auf. Bei Hatha Yoga sind die Abläufe geregelt und nicht allzu schnell, weshalb auch Anfänger sofort mitmachen können. Es gibt allerdings unterschiedlich hohe Levels, um sich persönlich immer wieder steigern zu können.

2. Ashtanga Yoga

Dabei handelt es sich um eine ziemlich maskuline Praxis, sowohl bezüglich der geschichtlichen Entwicklung als auch bei der Ausführung der Asanas. Die Positionen benötigen einen hohen Kraftaufwand und sind nicht für jeden geeignet. Es soll sogar Frauen geben, bei denen nach einer längeren Praxis die Periode ausgefallen ist.

3. Vinyasa Flow Yoga

Das Vinyasa Flow Yoga ist eine Kombination aus Ashtanga und Hatha Yoga. Es ist eine kreative und dynamische Form, die Atmung und Bewegung zu einem harmonischen Bewegungsablauf vereint. Im Mittelpunkt stehen die Asanas (Körperübungen), die mental und körperlich fordern. Bei den Ausführungen sind komplexe oder einfache Varianten möglich, wodurch sowohl Anfänger als auch fortgeschrittene Yogis Vinyasa Flow Yoga praktizieren können.

Wichtig ist das Bewusstsein für die Atmung während der Bewegungsabläufe und die richtige Ausführung der Asanas. Ruhe bringt die abschließende Meditationsphase, das sogenannte Shavasana.

4. Kundalini Yoga

Kundalini Yoga ist das Yoga der Energie. Dabei soll die im Becken und der Wirbelsäule liegende Energie (= Kundalini) angeregt werden. Dafür werden Körperübungen (Asanas) aus dem Hatha Yoga mit reinigenden Atemübungen verbunden. Essentiell ist eine Meditation im Anschluss an die Praxis. Zudem sollen die Lehren in allen Bereichen des Lebens anwendbar sein und helfen, den Alltag gelassen und flexibel zu meistern.

Bereits vor Jahrtausenden entstanden die Urformen von Kundalini Yoga. Das mittlerweile bekannte Hatha Yoga entstand aus dieser Yoga Art. Aufgrund dessen werden auch das Verständnis und die Praxis eines Hatha-Yogis durch die Kundalini-Lehre vertieft.

Kundalini hat seine Wurzeln im Tantrismus – einer Strömung in der indischen Shiva-Shakti-Philosophie. In diesen Schriften steht Shiva für das unveränderliche, absolute Bewusstsein und Shakti für die schöpferische Kraft, die das Universum erschaffen hat. Ursprünglich waren Shiva und Shakti eine Einheit, durch eine Schwingung löste sich Shakti jedoch ab.

Daher gehen die Kundalini-Yogis davon aus, dass in jedem Menschen ein nicht entfaltetes Potential an Fähigkeiten und Möglichkeiten schlummert. Bei dessen Entfaltung würde er zum absoluten, reinen Bewusstsein (Shiva) werden. Die kosmische Urenergie (Shakti) sei ebenfalls Teil jedes Menschen.

 

Jede Person strebe danach, Shakti und Shiva wieder zu vereinen. Hat man die Erleuchtung durch Kundalini Yoga erreicht, hat man das Sahasrara Chakra (Schädel-Chakra) durchbrochen. Die Kundalini-Energie an sich „ruht“ unter dem Muladhara Chakra und muss dafür aktiviert werden.

5. Yin Yoga

Die wohl ruhigste Yoga-Art. Die Praxis kann man fast gänzlich mit geschlossenen Augen absolvieren. Die einzelnen Übungen werden einige Minuten gehalten und gehen dadurch besonders in die Tiefe. Eine Stunde verlässt man so derartig entspannt, dass man direkt in einen Tiefschlaf sinken könnte. Deshalb eignet sich Yin Yoga bestens am Abend.

6. Bikram (Hot) Yoga

Hot Yoga ahmt das Klima in Indien nach. Deshalb wird der Raum während einer Einheit auf 40 Grad Celsius aufgeheizt. Hier geht es also heiß zur Sache und man kann pro Einheit bis zu 600 Kalorien verbrennen. Durch die Wärme ist der Körper dehnbarer, deshalb ist hier Vorsicht geboten. Zwickt es wo im Körper, sollte man die Übung nicht weiter intensivieren, ansonsten besteht Verletzungsgefahr.

7. Yoga Nidra

Yoga Nidra ist eine Übung zur Tiefenentspannung. Dabei handelt es sich um eine Art psychischen Schlafs, bei dem der gesamte Körper und Geist zur Ruhe kommen und neue Frische und Energie bringen soll. Eine Einheit dauert etwa eine halbe Stunde und soll den gleichen Entspannungseffekt bringen wie zwei Stunden eines tiefen Schlafs.

„Nidra“ bedeutet so viel wie „Schlaf“ oder „Nicht-Bewusstsein“. Der Lehrende Swami Satyananda Saraswati entwickelte diese Form von Yoga nach einer Studie der tantrischen Schriften.

8. Iyengar Yoga

Anfang des 20. Jahrhunderts entstand in Indien das Iyengar Yoga – eine Symbiose von kraftvollen Asanas (körperliche Übungen) und Pranayamas (Atemübungen). Zudem werden dabei Hilfsmittel wie Gurte, Bänke oder Stühle eingesetzt, damit die Asanas korrekt und bewusst ausgeführt werden können. Ziel dabei ist es, durch Verbindung von Körper und Geist ganzheitliche Gesundheit zu erreichen.

Begründer von Iyengar Yoga ist B.K.S Iyengar. Als Kind war er sehr schwach und wurde als Teenager von seiner Familie zum Yoga-Lehrer Krishnamacharya geschickt. Dieser war zu Iyengar besonders streng und zwang ihn zu fortgeschrittenen Übungen, die bei dem Teenager starke Schmerzen verursachten. So wurde der Yogi zwar gesund, aufgrund der rabiaten Vorgehensweise jedoch unglücklich. Er unterrichtete später ebenfalls, entwickelte jedoch seine eigene Yoga Praxis, die bald als Iyengar Yoga bekannt wurde.

Lehrende von dieser  Yoga-Art sind vermutlich die besten Yoga-LehrerInnen bezüglich der Asanas, da sie jahrelange Aus- und Weiterbildungen hinter sich haben. Vor allem alte, kranke oder in irgendeiner Form eingeschränkte Yogis profitieren von der Präzision der Iyengar-Lehre.

9. Anusara Yoga

John Friend gründete 1997 das Anusara Yoga. Nachdem er jahrelang Lehrender des Iyengar Yogas war und ihm dabei die Gefühle fehlten, entwickelte er die Form von „Anusara“, was als „dem Herzen folgen" interpretiert wird. Die Asanas (körperlichen Übungen) und Pranayamas (Atemübungen) werden weiterhin mit Präzision ausgeführt, aber mit der lebens- und körperbejahenden Philosophie des Tantra Yoga kombiniert. Der große Unterschied zu anderen Yoga Arten: Hier werden der Alltag und die Umwelt bewusst integriert. Zu Beginn wird von den Lehrenden ein philosophischer Vortrag gehalten, den man auf seinen Alltag übertragen kann.

10. Jivamukti Yoga

Sharon Gannon und David Life entwickelten diesen Yogastil 1984 in New York. Im Fokus stehen Dhyana, Ahimsa, Shastra und anstrengende Ashtanga Yoga Flows. Jivamukti Yoga ist eine Lehre für das gesamte Leben und soll ein Weg zur Erleuchtung dank Mitgefühl gegenüber allen lebenden Wesen sein. Dabei werden fünf Grundsäulen beachtet. Jivamukti Yoga ist aufgrund seiner Eckpfeiler auch politisch – das Prinzip der Gewaltlosigkeit etwa spielt dabei eine zentrale Rolle und konnte sogar Prominente wie Sting und Madonna überzeugen.

Die 5 Säulen von Jivamukti Yoga:

  • Ahimsa = Gewaltlosigkeit, ethischer Veganismus
  • Bhakti = Hingabe (siehe Bhakti Yoga)
  • Nadam = intensives Hören nach innen und außen
  • Shastra = Studium der klassischen Yoga Texte
  • Dhyana = Meditation und Verbindung zu einer spirituellen Einheit

11. Forrest Yoga

Forrest Yoga basiert auf der Lehre von Yogapionierin Ana Forrest. Die Autorin und Schamanin hat diese Art vor über 40 Jahren gegründet. Sie adaptierte das traditionelle Yoga an die Bedürfnisse der Menschen der westlichen Welt, die viel sitzen, viel arbeiten und hohem Leistungsdruck ausgesetzt sind. Neben herausfordernden Übungsabfolgen wird diese Praxis durch gezielte Hilfestellungen (mit Hilfe von Berührungen) der Lehrenden intensiver erlebt. Forrest Yoga stärkt auf physischer, emotionaler und spiritueller Ebene.

12. Karma Yoga

Karma Yoga gilt als das Yoga des Handelns. Es ist eine psychologische Lehre und keine Praxis, die sich auf das Ausführen von Übungen konzentriert. Bei diesem mentalen Training wird ein zielgerichtetes Handeln im Umgang mit Mitmenschen und gängigen Tätigkeiten vermittelt. Dadurch ist man mit sich im Reinen und kann neues Selbstbewusstsein erlangen.

13. Aerial Yoga

Bei dieser Yoga-Art geht es hoch hinaus: An Stoffbändern, die an der Decke befestigt sind, praktiziert man die Übungen in der Luft und kann sich dadurch besonders intensiv dehnen. Entwickelt wurde diese Praxis, um bei der Meditation länger sitzen zu können. Außerdem gilt sie als besonders energetisierend. Fühlt man sich schlapp und antriebslos, ist Aerial Yoga also die richtige Wahl.

14. Bhakti Yoga

Beim Bhakti Yoga liegt die Meditation im Vordergrund. Es ist ein Prozess der Umwandlung und Ausrichtung unserer emotionellen Energien. Die „Emotion“ wird verwandelt in „Hingabe“ zu Gott und Respekt gegenüber allem Lebendigen. Dabei geht es ums Fühlen und Erfahren einer universalen, inneren Göttlichkeit.

Dabei ist nicht gemeint, dass man blind an Dogmas oder bestimmte Rituale glaubt, sondern hinterfragt und sich Gott nahe fühlt. Dieses Yoga wird als überkonfessionell angesehen - jeder, egal welcher Religion er angehört und an welchen Gott er glaubt, kann sich dem Bhakti Yoga hingeben.

15. Hormon-Yoga

Dabei wird der Hormonhaushalt mit den richtigen Übungen wieder ins Gleichgewicht gebracht.  Durch bestimmte Atmungstechniken kann man beispielsweise die Schilddrüse und somit den Stoffwechsel anregen, wodurch die Haut wieder straffer wird. Außerdem wird die Produktion von Melanin und Seratonin angekurbelt, was für besseren Schlaf und gute Laune sorgt. Hormon-Yoga darf von Frauen mit einer Schilddrüsenüberfunktion nicht regelmäßig praktiziert werden und auch Schwangere sollten die Übungen unbedingt anpassen.

16. Acro Yoga

Acro Yoga verbindet die Weisheiten von Yoga mit der Kraft von Akrobatik und der Heilungskraft der Thai Massage. Diese Praxis wurde von Jenny Sauer-Klein und Jason Nemer erst 2003 in den Vereinigten Staaten gegründet. Sie basiert auf Vertrauen und ist sehr fokussiert auf die Gemeinschaft, da es sich um Partneryoga handelt. Um Acro Yoga zu praktizieren, benötigt es immer drei Personen: Die starke Basis, den Flieger, der Übungen ausführt und den Spotter, der Hilfestellung dabei leistet.

17. Schwangerschaftsyoga

Yoga kann auch für Schwangere ausgelegt werden und gezielt die Wirbelsäule und das Wohlbefinden von Mutter und Kind stärken. Außerdem wird die Atmung trainiert, was im Hinblick auf die Geburt hilfreich sein kann. Auch nach der Geburt kann man mit Yoga seine Bauch- und Rückenmuskeln sowie die Beckenbodenmuskulatur wieder stärken. Damit kann man bereits 6 Wochen nach der Geburt beginnen.

18. Anti-Aging-Yoga

Bei dieser Praxis werden viele Elemente aus dem Hormon-Yoga übernommen. Diese Art kennt keine Altersgrenze und ist sogar für Kinder geeignet, da es sich um fließende Bewegungen handelt, die man individuell anpassen kann. Der besondere Anti-Aging Effekt – nicht nur beim Körper, sondern auch im Gesicht – erfolgt durch gezielte Gesichtsübungen, die in die Praxis eingebaut werden. Dadurch wird die Haut rosiger und geglättet.

Doris Kemptner, Yoga-Lehrerin bei John Harris, verrät vier verjüngende Yoga Übungen, die nur wenige Minuten beanspruchen:

Anti-Aging Yoga für Zuhause

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Atmung

© Lana Schneider/ STYLE UP YOUR LIFE!

In Ruhe in den Lotus-Sitz oder mit überkreuzten Beinen hinsetzen und gleichmäßig atmen. Den Zeigefinger zwischen den Augenbrauen auf die Stirn legen, beim Einatmen das rechte Nasenloch mit dem Daumen zuhalten, beim Ausatmen das Linke mit dem Mittelfinger und umgekehrt. Drei bis fünf Minuten wiederholen.

Diese Übung wirkt beruhigend, reduziert Stress und reguliert den Blutdruck. Zudem gleicht sie die beiden Gehirnhälften aus.

Position des Kindes

© Lana Schneider/ STYLE UP YOUR LIFE!

Auf den Boden knien und sich auf die Fersen setzen. Die großen Zehen berühren sich, die Knie stehen etwa hüftbreit auseinander. Nun beugt man den Oberkörper nach vorne und legt die Stirn auf den Boden ab. Falls der Boden nicht möglich ist, legt man am besten ein Kissen unter die Stirn.

Hierbei wird die gesamte Wirbelsäule gedehnt und Rückenverspannungen gelöst, zudem wird der Blutkreislauf aktiviert. Die Übung hilft außerdem bei Menstruationsbeschwerden.

Der Fisch

© Lana Schneider/ STYLE UP YOUR LIFE!

In der Rückenlage schließt man die Beine. Die Handflächen werden unter das Gesäß geschoben, sodass sich beide Daumen beinahe berühren. Tief einatmen, mit der Ausatmung den Brustkorb anheben, um mit Hilfe der Ellenbogen die Krone des Kopfes auf die Yogamatte zu legen. Ellenbogen und Unterarme sowie die Hüfte bleiben dabei auf dem Boden.

Die Nieren und die Schilddrüsenfunktion wird angeregt und die Lungen gekräftigt. Diese Übung hilft dabei, das Herz zu öffnen und emotionale Spannungen zu lösen und gibt ein Gefühl der Freiheit, Offenheit und Freude.

Der Schulterstand

© Lana Schneider/ STYLE UP YOUR LIFE!

Mit der Ausatmung hebt man die Beine und das Becken an, das Gesäß hebt sich vom Boden ab und der untere Rücken wird fest mit beiden Händen abgestützt.

Das ist eine klassische Umkehrstellung. Durch die hormonelle Anregung der Schilddrüse verhilft der Schulterstand zu einer straffen Figur und glatter Haut. Die Schilddrüse wird durch die gesteigerte Durchblutung harmonisiert und Hormonstörungen können so ausgeglichen werden.

19. Yogalates

Yogalates ist ein Mix aus Yoga und Pilates. Diese Methode wurde 1997 von Jonathan Urla entwickelt. Diese Praxis beinhaltet Yogaübungen zu Beginn und Ende des Kurses. Hauptbestandteil sind jedoch kräftigende Pilates-Übungen.

20. Lachyoga

Lachyoga beinhaltet aerobische Übungen, die stimmungsaufhellend wirken und den Körper mit frischem Sauerstoff versorgen. Dabei werden Lachübungen – also herzliches Gelächter ohne Anlass – mit tiefen Atemübungen kombiniert. Diese Lehre wurde 1995 vom indischen Arzt Dr. Madan Kataria initiiert. Heutzutage wird es oftmals von Unternehmen zur Verbesserung des Betriebsklimas eingesetzt. Na, schlägst du es beim nächsten Meeting vor?

Do‘s für Yoga-Anfänger

  • Essen & Trinken: Vor dem Yoga Kurs sollte man mindestens zwei Stunden davor zuletzt etwas gegessen haben. Ansonsten wird die Beweglichkeit eingeschränkt und man fühlt sich während der Praxis unwohl. Zudem sollte der letzte Kaffee einige Stunden her sein, denn der aufputschende Effekt beeinträchtigt die Effektivität der ausgeführten Übungen der Yoga Einheit.

  • Warm Up: In einem gut geführten Kurs wärmt man den Körper immer mit einigen Übungen auf. Ideal dafür ist beispielsweise der Sonnengruß. Will man Yoga zuhause machen, sollte man auf ein Warm up ebenfalls nicht verzichten. So vermeidest du Verletzungen und Überdehnungen.

  • Fließender Atem: Beim Yoga liegt der Fokus stark auf dem Atem. Dieser sollte fließen und dich damit leichter durch die Übungen führen. Fließt der Atem nicht frei, strengst du dich vermutlich zu sehr an. Hier empfiehlt es sich, die Anstrengung zu reduzieren beziehungsweise dich voll und ganz auf die Übungen zu konzentrieren und an nichts anderes mehr zu denken. Eine fließende Atmung sorgt dafür, dass die Zellen mit Sauerstoff versorgt werden. Außerdem beruhigt ein entspannter Atemfluss Körper und Geist.

  • Gemäßigter Ehrgeiz: Wer regelmäßig auf der Yogamatte steht, wird schnell eine Besserung der Haltung und mehr Muskelkraft bemerken. Ehrgeiz ist bei Yoga jedoch fehl am Platz. Zwingt man den Körper zu schnell in Positionen, die viel Kraft oder Flexibilität erfordern, kann man sich leicht verletzen. Stößt dein Körper an seine Grenze, solltest du diese beachten und nicht um jeden Preis eine Steigerung erzielen wollen.

  • Volle Aufmerksamkeit: Im Gegensatz zu vielen anderen Sportarten herrscht bei Yoga kein Konkurrenzkampf. Bei der Yoga Praxis konzentriert man sich nicht auf den Yogamatten-Nachbar, sondern legt die volle Aufmerksamkeit auf sich, seinen Körper und Geist.

  • Geduldig bleiben: Auch wenn Yoga auf den ersten Blick nicht wie ein hartes Krafttraining aussieht, kann man schnell an seine körperlichen Grenzen stoßen. Dabei ist es wichtig, das zu akzeptieren und kontinuierlich weiter zu üben. Das Motto auch bei Yoga: „Übung macht den Meister“. Man kann außerdem schon stolz sein, wenn man regelmäßig eine Yoga Praxis in seinen Alltag integriert und damit etwas Gutes nur für sich tut. Dann gelingen fortgeschrittene Übungen quasi wie von selbst.

Schon gewusst?

Yoga ist in westlichen Ländern quasi Frauensache. 72% aller Yoga-Praktizierenden sind weiblich und nur 28% männlich.

72% aller Yogis sind Frauen und lediglich 28% Männer. © STYLE UP YOUR LIFE!

Eine Reise zu sich: Das Yoga Retreat

„Retreat“ kommt aus dem Englischen und bedeutet Rückzug. Ein Yoga Retreat ist eine spirituelle Ruhepause, ein Rückzug vom Alltag und der gewohnten Umgebung. Während dieser Ruhephase wird (meist in Gruppen) Yoga praktiziert und meditiert. Welche Art von Yoga angewandt wird, ist von Retreat zu Retreat unterschiedlich.

Die meisten Yoga Retreats liegen mitten in der Natur, auf paradiesischen Locations und weit weg vom Großstadttrubel. Dabei ist nicht nur ein mehrwöchiger Aufenthalt in einem indischen Tempel oder im Ausland gemeint. Man kann auch nur für wenige Tage eine Auszeit nehmen und beispielsweise in Österreich in den Bergen ein Yoga Retreat vollziehen.

Diesen Urlaub kann man als Single ideal genießen, da man die Ruhe und Yogapraxis mit einer gleichgesinnten Gruppe verbringt. Doch auch Paare können von dieser intensiven Zeit profitieren. Bei der Yoga Reise geht es darum, sich selbst zu finden, Energie zu tanken und den eigenen Körper besser verstehen zu können.

Man macht bei einem Yoga Retreat natürlich nicht den ganzen Tag lang Yoga, Pranayama- oder Meditationsübungen. Oft enthalten die Angebote auch Wanderungen oder etwa Surf-Kurse. Auch die Lehre von Ayurveda und eine Ayurveda Massage zur vollkommenen Entspannung und Heilung ist eine ideale Ergänzung.

Ayurveda und Yoga: Eine ergänzende Praxis

Setzt man sich intensiv mit Yoga auseinander, begegnet man auch der Lehre von Ayurveda. Beide Lehren stammen aus Indien und ergänzen sich ideal für eine ganzheitliche Gesundheit. Yoga vereint Körper und Geist und Ayurveda ist eine traditionelle Heilkunst, die aus ausgewogener Ernährung, Massagen und Reinigungsritualen besteht.

Ayurveda bedeutet übersetzt „Wissenschaft des Lebens“. Ursprünglich stammt die Lehre vermutlich  aus der vedischen Hochkultur Alt-Indiens. Die ersten Schriften sind bereits über 3.000 Jahre alt.  

Heute kennt man Ayurveda hauptsächlich dank der Ayurveda Massage im Wellness-Bereich. Doch die Lehre ist eigentlich eine Lebensphilosophie, die nicht nur Kranken helfen und zur Heilung beitragen soll. Ayurveda will durch die gesunde Ernährung und seine Heilmethoden für konkrete Beschwerden Krankheiten gar nicht erst entstehen lassen.  

Gut zu wissen

Wie viele Yoga Figuren gibt es?

Asanas sind die körperlichen Übungen beim Yoga, die meist fließend aufeinander folgen. Deshalb ist eine genaue Angabe der Anzahl der einzelnen Übungen sehr schwierig. Insgesamt soll es um die 8.400.000 Asanas geben.

Davon werden aber nur 30 Asanas regelmäßig praktiziert. Diese Übungen beinhalten sowohl Meditationsstellungen als auch die Stellungen für die Kräftigung und einen gesunden Körper.

 

Für wen eignet sich Yoga?

Es gibt ein berühmtes Sprichwort des Yogalehrers T.K.S. Krichnamacharya: „Jeder kann Yoga üben, der atmen kann.“ Egal ob Mann oder Frau, alt oder jung, dick oder dünn, sportlich oder unsportlich – Yoga ist aufgrund seiner Vielfalt für alle geeignet. 

Wo kann ich Yoga üben?

Um als Anfänger Yoga besser verstehen zu können, sind Unterrichtsstunden in einem Yoga Studio absolut sinnvoll. Hat man seinen Stil gefunden, kann man im Prinzip jederzeit und an jedem Ort Yoga-Übungen ausführen.

Idealerweise hat man dafür eine Yogamatte parat, eventuell eine kuschelige Decke für die Meditation am Schluss sowie einen Yogablock für eine konkretere Ausführung. Doch Yoga muss nicht immer nur eine Sport-Einheit sein, man kann sich auch nur ein paar Minuten Zeit nehmen, um zu meditieren und Bewusstsein für sich und seine Umgebung schaffen. 

Wie oft soll man Yoga machen?

Yoga ist eine vielseitige Lehre, die sehr viel Abwechslung bietet. Deshalb kann man täglich Yoga praktizieren, ohne dass es langweilig wird. Hatha Yoga und Yin Yoga ergänzen sich beispielsweise optimal. Praktiziert man regelmäßig, bemerkt man schnell eine Besserung von Haltung, Konzentrationsfähigkeit und stärkere Muskeln.

Zu Beginn kann eine tägliche Yoga Praxis auch nur 15 Minuten dauern. Im ersten Schritt geht es darum, Yoga in seinen Alltag zu integrieren. Im nächsten Schritt kann man gezielt seine Bedürfnisse (Beschwerden wie Nacken-Verspannungen oder Schlafprobleme) stillen.

Wie viel kostet ein Yoga Kurs?

In den meisten Yoga Studios gibt es Schnupperklassen, bei denen man ab 10 Euro eine Klasse ausprobieren kann. Jede weitere Stunde kostet je nach Studio zwischen 15 und 21 Euro.

Welches Equipment brauche ich?

Eine Yogamatte für die Übungen ist unerlässlich. Bei einigen Stilen sind auch Yogakissen und Decken empfehlenswert, damit es gemütlicher und entspannter werden kann. Außerdem helfen sie dabei, die richtigen Positionen für seinen Körper zu finden. Für eine korrekte Ausführung der Übungen kann ein Block hilfreich sein.

Praktiziert man in einem Yoga Studio, werden diese Dinge für alle Teilnehmer bereitgestellt. Für die Praxis zuhause muss man dann selbst entscheiden, welche davon für einen wirklich notwendig sind. Übrigens: Ist man während der Yogastunde mit dem Equipment zufrieden, kann man meist im Anschluss einen Block oder ein Yogakissen direkt im Studio erwerben.

Welches Yoga hilft bei Rückenschmerzen?

Mit Yoga können Schmerzen gezielt behandelt werden. Dabei ist eine korrekte Ausführung der Übungen essentiell. Deshalb sollten Übungen gegen Schmerzen unter der Anleitung eines Yoga-Lehrers/ einer Yoga-Lehrerin durchgeführt werden. Besucht man einen regulären Kurs, sollten die TrainerInnen auf jeden Fall von bestehenden Schmerzen in Kenntnis gesetzt werden, damit sie darauf Rücksicht nehmen können.

Da viele Übungen den Rücken entlasten und die Mobilität stärken, kann man eine Schmerzlinderung erreichen. Hat man starke Schmerzen, ist beispielsweise Yin Yoga empfehlenswert. Dabei werden Verspannungen gelöst, ohne dass man  die Muskeln wirklich anstrengen muss.

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