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Made in wood

Warum man in Zukunft Mode aus Kiefernrinde tragen sollte

Jacke aus Kiefernrinde
Stylische Mode aus Holz? Das 'The Bark Project' zeigt wie Woodshirts und Co. möglich sind. © Max-Planck-Institut für Kolloid- und Grenzflächenforschung/Patrick Walter

Sich kleiden mit dem, womit sich auch der Baum umhüllt? Das ist möglich, wie ein deutsches Forschungsprojekt nun zeigte. Für 'The Bark Project' wurde eine Methode entwickelt, mit der man aus Kiefernrinde nachhaltig und güntig Kleidungsstücke machen kann.

Mode aus Wald und Feld – junge Forscher und Startups suchen an den überraschendsten Orten nach neuen, nachhaltigen Materialien. Nach Hanf, Ananas, Kaktus, Kork und Pilz hat nun eine Doktorarbeit in Deutschland bewiesen, dass man sogar aus Baumrinde Kleidung machen kann.

Ein Baum besteht zu 20% aus Rinde.

Es war ein Ideenwettbewerb am Potsdamer Max-Planck-Institut für Kolloid- und Grenzflächenforschung in diesem Jahr, der der Rinde von Kiefern eine völlig neue Bedeutung verschaffte. In der Kategorie Visions forschte ein junges Team an Konzepten für Biomaterialien. Doktorandin Charlett Wenig untersuchte in The Bark Project diesen bislang wenig beachteten Rohstoff.

Baumrinde ist ein Reststoff der Holzverarbeitung. Weltweit bleiben davon etwa 60 Millionen Tonnen ungenutzt.

Fashion statt Feuer

Als Nebenprodukt der Holzindustrie werden Rinde und Mulch normalerweise zu Briketts verarbeitet oder gleich als Abfallprodukt verbrannt. Dabei verursachen sie einen unnötigen CO2 Ausstoß. Gemeinsam mit Johanna Hehemeyer-Cürten untersuchte Wenig die Möglichkeiten einer ressourcenschonenden Weiterverwertung von Baumrinde – und die beiden fanden überraschend viele Möglichkeiten der Verarbeitung, von Glasuren bis eben hin zu Textilfasern.

So sehen Stoffproben aus Kiefernrinde aus. © Max-Planck-Institut für Kolloid- und Grenzflächenforschung/Charlett Wenig
Neben dem Zusammenspiel von praktischem Design und wissenschaftlicher Grundlagenforschung interessierte uns dabei vor allem die Entwicklung nachhaltiger Designkonzepte mit Rinde als Ausgangsmaterial. Charlett Wenig, „The Bark Project“

Das Forschungsprojekt lebte auch von der engen, interdisziplinären Zusammenarbeit am Max-Planck Institut. Materialwissenschaftler, Biologen, Produkt- und Modedesigner kreierten gemeinsam neue Ideen für die innovative Bearbeitung und Anwendung von Rinde.  Das spannende dabei: Durch eine traditionelle Methode, die noch dazu umweltfreundlich ist, konnte Kiefernrinde in nur einem Arbeitsschritt flexibilisiert, also weich und biegsam gemacht werden.  

Dadurch ergaben sich zahlreiche neue Anwendungsmöglichkeiten, sowohl für die Mode mit Stoffen und Accessoires als auch im Bereich des Interior Designs. Dort sehen die Wandbehänge, Läufer und Tapeten nicht nur gut aus, sondern beeinflussen auch die Raumluft und die Raumakustik auf eine positive Weise.

Kiefernrinde ist ein vorhandener Rohstoff, der zuvor ungenutzt blieb. In Zukunft kann sie ressourcenintensiv erzeugte Textilien ersetzen und so CO2, Wasser und Chemikalien sparen.

Nachhaltige Textilien aus Holz?

Gibt es schon länger und heißen Lyocell. Sie bestehen aus Cellulosefasern, die aus dem Rohstoff Holz extrahiert werden. Der so gewonnene fasrige Zellstoff wird für die Herstellung von Denim, Blusenstoffen, T-Shirts, Leggings, Unterwäsche, Sportbekleidung und Bettzeug genutzt. Will man außerdem mehr auf Nachhaltigkeit bei Fashion achten, kann man auf Bio-Baumwolle und ökologisch unbedenkliche Herstellungsprozesse setzen.

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